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Hausratversicherung: 3 Euro im Monat

Drei Viertel der deutschen Haushalte haben sie, viele internationale Mieter nicht. Die Hausratversicherung beginnt bei rund 3 Euro im Monat und ersetzt nach Feuer, Einbruch oder Wasserschaden den kompletten Inhalt einer Wohnung. Die Faustregel für die Versicherungssumme: 650 Euro pro Quadratmeter. Was die Police kann, wo sie aufhört, und welche Anbieter den Vertrag auf Englisch anbieten.

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•10. Mai 2026•5 Min. Lesezeit•6 Aufrufe
Hausratversicherung: 3 Euro im Monat
Symbolbild

صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: BlossomadventuresLA/Pixabay · Pixabay License

Drei Euro im Monat. So viel kostet die Police, die nach einem Einbruch, einem Wohnungsbrand oder einem geplatzten Wasserrohr den kompletten Inhalt einer Mietwohnung ersetzt. Nach Angaben des GDV haben rund 75 Prozent der deutschen Haushalte eine Hausratversicherung. Bei vielen internationalen Mietern fehlt sie. Nicht aus Überzeugung, sondern weil niemand erklärt, was sie eigentlich macht und was sie bewusst nicht abdeckt.

Hausrat ist nicht Wohngebäude

Die wichtigste Unterscheidung steht am Anfang. Die Hausratversicherung deckt das bewegliche Inventar einer Wohnung: Möbel, Elektronik, Kleidung, Haushaltsgeräte, Bücher, Vorhänge. Alles, was beim Auszug mitgenommen wird. Die Wohngebäudeversicherung hingegen sichert das Gebäude selbst ab, also fest verbaute Teile wie Badewanne, Fenster, Türen oder Wasserleitungen. Diese Police trägt der Eigentümer oder Vermieter, nicht der Mieter. Wer zur Miete wohnt, versichert nur das, was ihm gehört, nämlich den Inhalt.

Was die Police kann

Standardmäßig greift die Hausratversicherung in fünf Fällen: Feuer und Explosion, Sturm und Hagel, Leitungswasserschaden, Einbruchdiebstahl mit Spuren, sowie Vandalismus nach Einbruch. Wer abends den Wohnungsschlüssel im Treppenhaus findet, weil das Schloss aufgebrochen wurde, fällt darunter. Wer einen Wasserschaden im Schlafzimmer hat, weil das Rohr in der Wand geplatzt ist, fällt darunter. Wer nach einem Brand vor verkohlten Möbeln steht, fällt darunter.

Der Beitrag startet bei rund drei bis fünf Euro pro Monat, also 40 bis 60 Euro pro Jahr. Der genaue Preis hängt von drei Faktoren ab: Wohnort und lokale Einbruchsstatistik, vereinbarte Versicherungssumme und Selbstbeteiligung. Eine kleine Wohnung in einem ruhigen Viertel zahlt weniger als eine große in einem Bezirk mit hoher Einbruchsquote.

Die 650-Euro-Faustregel

Beim Vertragsabschluss steht eine Zahl im Mittelpunkt: die Versicherungssumme. Sie ist die Obergrenze dessen, was im Schadenfall ausgezahlt wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine Faustregel von 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Eine 60-Quadratmeter-Wohnung kommt damit auf 39.000 Euro, eine 80-Quadratmeter-Wohnung auf 52.000 Euro Versicherungssumme.

Wer die Summe zu niedrig ansetzt, läuft in die Falle der Unterversicherung. Liegt der tatsächliche Wert des Hausrats deutlich über der versicherten Summe, kürzt der Versicherer die Auszahlung anteilig, selbst bei einem Teilschaden. Wer nur die Hälfte versichert hat, bekommt am Ende auch nur die Hälfte. Die 650-Euro-Regel ist deshalb kein Verkaufstrick, sondern der Schutz davor, im Schadenfall mit einer Police dazustehen, die kaum noch Wert hat.

Wo die Police aufhört

Die Standardpolice ist kein Rundumschutz. Drei Lücken überraschen Mieter regelmäßig. Erstens: einfacher Diebstahl ohne Einbruchspuren ist nicht abgedeckt. Wer das Handy im Café liegen lässt, wer am Bahnhof bestohlen wird, wer im Park die Tasche aus den Augen verliert, bekommt von der Hausrat nichts. Die Police verlangt sichtbare Einbruchspuren an Tür oder Fenster.

Zweitens: Regenwasser durch ein offenes Fenster. Wer im Sommer das Fenster offen lässt und ein Gewitter ruiniert Parkett oder Laptop, zahlt selbst. Versichert ist Leitungswasser aus geplatzten Rohren, nicht Wasser, das durch eigene Unachtsamkeit hereinkommt.

Drittens: Fahrraddiebstahl außerhalb der Wohnung. In Berlin ein häufiges Missverständnis. Die Standard-Hausrat versichert das Fahrrad nur, solange es in der Wohnung oder in einem fest verschlossenen Kellerabteil steht. Wer das Rad vor dem Büro oder am Bahnhof anschließt, braucht den Zusatzbaustein Fahrraddiebstahlschutz, oft gegen einen einstelligen Eurobetrag pro Monat extra.

Schmuck und Bargeld sind innerhalb der Police mitversichert, aber nur bis zu festen Höchstgrenzen. Wertgegenstände jenseits dieser Grenze gehören in einen Tresor, sonst ist der überschießende Betrag nicht ersetzt.

Die drei Vertragsbegriffe, die zählen

Drei Begriffe entscheiden über Preis und Leistung. Die Selbstbeteiligung ist der Eigenanteil pro Schaden. Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Monatsbeitrag, hebt aber den Eigenanteil im Schadenfall. Die Deckungssumme ist die Obergrenze, also die Versicherungssumme aus der 650-Euro-Rechnung. Grobe Fahrlässigkeit bezeichnet vermeidbares Fehlverhalten, etwa eine unbeaufsichtigte Kerze, die einen Brand auslöst. Klassische Tarife kürzen in solchen Fällen die Leistung. Modernere Tarife verzichten ausdrücklich darauf und zahlen voll, auch bei grober Fahrlässigkeit. Vor Vertragsabschluss lohnt der Blick genau auf diesen Punkt.

Englischsprachige Anbieter

Wer den Vertrag nicht auf Deutsch abschließen will, hat heute echte Alternativen. Feather Insurance, GetSafe und Lemonade bieten Hausratversicherung mit komplett englischsprachigem Antrag, Vertrag und Schadenmeldung an, in der Regel über App oder Webformular. Die Preise liegen im Marktdurchschnitt, teils darunter. Das ist keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter, sondern eine Information für Mieter, die wegen der Sprachbarriere bisher gar keine Police haben. Für einen Tarifvergleich nutzen viele Haushalte die Portale Check24 oder Verivox. Wer eine herstellerunabhängige Beratung will, findet sie bei der Verbraucherzentrale gegen eine geringe Beratungsgebühr.

Pflicht oder Kür

Gesetzlich verpflichtend ist die Hausratversicherung nicht. Manche Mietverträge, vor allem in Neubauten und bei großen Wohnungsgesellschaften, verlangen sie aber explizit. Ein Blick in den eigenen Vertrag klärt diese Frage in zwei Minuten. Unabhängig davon stellt sich die praktische Frage: Was würde es kosten, nach einem Brand oder Einbruch alle Möbel, alle Elektronik und alle Kleidung neu zu kaufen? Wer ehrlich rechnet, kommt schnell auf einen Betrag im fünfstelligen Bereich. Drei Euro pro Monat sind dagegen kein Verhandlungsspielraum.

Konkreter Schritt: Wohnfläche mit 650 multiplizieren, Versicherungssumme notieren, einen Tarif auf Check24 oder direkt bei Feather, GetSafe oder Lemonade durchspielen. Der Vergleich dauert keine fünf Minuten und endet mit einer bewussten Entscheidung, statt mit dem Wort, das nach jedem Schadenfall fällt: hätte ich nur.

Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder eine Migrationsberatungsstelle.

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