
Bildquelle: Bodo Kubrak / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Hitze: Nicht jedes Medikament kühlen
Wenn die Wohnung heiß wird, landet schnell die ganze Hausapotheke im Kühlschrank. Das kann falsch sein. Manche Präparate brauchen 15 bis 25 Grad, andere ausdrücklich 2 bis 8 Grad; Einfrieren und Feuchtigkeit können ebenfalls schaden. Entscheidend sind Packung und Beipackzettel. Nach längerer Hitze im Auto oder einer unklaren Lagerung sollte die Apotheke das konkrete Präparat beurteilen.
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Auf der Packung steht die wichtigste Zahl für heiße Tage. 15 bis 25 Grad bedeutet nicht Kühlschrank. 2 bis 8 Grad bedeutet nicht direkten Kontakt mit einem Kühlakku. Wer alle Medikamente vorsorglich kalt stellt, kann dieselbe Qualität gefährden, die er schützen wollte.
Der Anlass ist konkret: rbb24 meldete am 13. August für Berlin und Brandenburg mögliche Höchstwerte bis 37 Grad. Die ABDA hat ihre Übersicht hitzekritischer Arzneimittel am 26. Mai 2026 aktualisiert. Sie richtet sich zwar an pharmazeutisches Personal, zeigt aber, weshalb eine pauschale Lager- oder Dosierungsregel nicht genügt.
Zwei Bereiche, unterschiedliche Regeln
Die ABDA-Patienteninformation nennt für viele Arzneimittel Raumtemperatur von 15 bis 25 Grad. Nur Präparate mit einem entsprechenden Hinweis gehören üblicherweise bei 2 bis 8 Grad in den Kühlschrank. Maßgeblich bleiben die Angaben des Herstellers auf Packung und Beipackzettel.
Kühlpflichtige Medikamente sollten auf dem Transport in einer Kühlbox von den Kühlakkus getrennt werden, etwa durch ein Handtuch. Im Kühlschrank gehören sie nicht direkt an die Rückwand, weil sie dort einfrieren können. Auto, direkte Sonne und Badezimmer sind wegen Hitze oder Feuchtigkeit ungeeignet.
Auch die Wirkung im Körper kann sich ändern
In ihrer aktuellen Fachübersicht beschreibt die ABDA unter anderem Risiken bei entwässernden und blutdrucksenkenden Mitteln sowie bei wirkstoffhaltigen Pflastern. Hitze und Flüssigkeitsverlust können die Situation einzelner Patientinnen und Patienten verändern. Daraus folgt keine allgemeine Dosisanweisung.
Die Verbraucherzentrale rät Menschen mit regelmäßiger Medikation, besonders bei Blutdrucksenkern oder Entwässerungsmitteln, eine mögliche Anpassung mit der Arztpraxis zu klären. Selbst absetzen, reduzieren oder verdoppeln ist keine sichere Reaktion auf die Hitze.
Nach Hitzeexposition nicht raten
Lag eine Packung längere Zeit im Auto, berührte sie einen Kühlakku oder hat sich Aussehen oder Geruch verändert, sollte die Apotheke das konkrete Präparat beurteilen. Dafür helfen Name, ungefähre Dauer und Temperatur der Exposition. Das Portal gesund.bund.de empfiehlt grundsätzlich Originalverpackung, Beipackzettel sowie Schutz vor Hitze, Licht und Feuchtigkeit.
Der praktische Schritt für heute ist klein: Bei jedem regelmäßig verwendeten Medikament Lagerhinweis und Beipackzettel prüfen. Was nicht eindeutig ist oder bereits heiß geworden sein könnte, kommt mit einer konkreten Frage in die Apotheke. Kälte ist kein Ersatz für die Herstellerangabe.
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Redaktioneller Kontext
- Status
- Geprüft
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- Aktualisiert
- 14. August 2026
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