Wer heute beim angekündigten HOGA-Campus nach einem Bewerbungsformular sucht, landet zu früh. Das Land Berlin hat am 4. September 2026 ein großes Ausbildungsprojekt für Hotellerie und Gastronomie vorgestellt. Doch an Attilastraße und Röblingstraße gibt es weder einen eröffneten Campus noch einen veröffentlichten Bewerbungsstart.
Ein Konzept mit großen Zielzahlen
Die gemeinsame Projektmitteilung des Landes Berlin beschreibt ein rund 34.000 Quadratmeter großes Grundstück. Geplant sind ein Oberstufenzentrum für das Gastgewerbe, ein Übungshotel, Fach- und Hochschulangebote, Weiterbildung, Azubiwohnen sowie Räume für neue gastronomische Konzepte. Langfristig sollen dort mehr als 3.000 Menschen lernen; genannt werden außerdem 500 bis 600 Arbeitsplätze.
Diese Zahlen sind Zielgrößen aus der Ankündigung. Sie stehen nicht für bereits verfügbare Plätze. DEHOGA Berlin hat dieselbe Projektvorstellung veröffentlicht und ist über eine eigens gegründete Genossenschaft beteiligt. Ein Eröffnungsdatum oder eine erste Bewerbungsrunde nennt auch diese Seite nicht.
Der Bebauungsplan kommt vor dem Betrieb
Der amtliche Eintrag auf meinBerlin zeigt, wo das Vorhaben tatsächlich steht. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg beschloss am 5. Mai 2026, den Bebauungsplan 7-95-1 zu ändern. Erst dadurch soll der südliche Teil des bisherigen Gewerbegebiets für den HOGA-Campus planungsrechtlich nutzbar werden. Unterlagen zur Öffentlichkeitsbeteiligung sollen später online erscheinen; einen Termin gibt es auf der Seite bislang nicht.
Auch die Grundstücksfrage ist Teil des nächsten Weges. Berlin plant den Erwerb und anschließend eine Vergabe im Erbbaurecht an die Genossenschaft. Finanzierung, tragfähiger Geschäftsplan, Bau und Betrieb folgen nicht automatisch aus der Konzeptpräsentation. Wer die Meldung als fertiges Ausbildungsangebot liest, überspringt mehrere offene Etappen.
Aktuelle Ausbildung unabhängig suchen
Für Schulabgänger und Quereinsteiger ist Warten deshalb die falsche Schlussfolgerung. Die DEHOGA-Ausbildungsplatzsuche verweist auf laufende Angebote, darunter ausbildung.berlin und die DEHOGA-Jobbörse. Sie empfiehlt zudem Initiativbewerbungen bei Hotels und Restaurants. Diese Wege funktionieren schon jetzt und hängen nicht vom Campus-Zeitplan ab.
Sinnvoll sind daher zwei Lesezeichen: der Eintrag zum Bebauungsplan 7-95-1 für den Projektfortschritt und die Ausbildungsplatzsuche für konkrete Bewerbungen. Erst wenn die Projektträger einen Termin nennen, wird aus der Standortvision eine Frist für Interessierte.
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