Ihr Arzt ist Araber? Sie sind nicht allein
In Notaufnahmen und Berliner Krankenhäusern sind arabische Ärzte keine Ausnahme, sondern die Regel. Wie wurde die deutsche Medizin auf arabische Hände angewiesen? Und was bedeutet das für arabische Patienten, die jemanden suchen, der ihre Sprache versteht?
فريق برليننا
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.
صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: National Cancer Institute/Unsplash
Drei Uhr morgens in der Notaufnahme der Charité. Eine ältere Frau aus dem Libanon beschreibt ihre Schmerzen auf Arabisch. Der diensthabende Arzt versteht jedes Wort – denn er kommt aus Jordanien.
Diese Szene ist in Deutschland längst Alltag geworden.
Laut der Bundesärztekammer arbeiten derzeit über 6.200 syrische Ärzte in Deutschland – sie führen die Liste der ausländischen Ärzte an. Es folgen Ärzte aus Ägypten, dem Irak und Jordanien.
Warum diese Abhängigkeit?
Deutschland steht vor einem akuten Ärztemangel – besonders in ländlichen Gebieten und Notaufnahmen. Über 10.000 Arztstellen sind laut Schätzungen von 2024 unbesetzt.
Arabische Ärzte haben diese Lücke gefüllt. Aber sie kamen nicht nur, um offene Stellen zu besetzen. Viele von ihnen (besonders aus Syrien und dem Irak) flohen vor Kriegen, die ihre Krankenhäuser und Praxen zerstörten.
"Ich war Chirurg in Damaskus", erzählt ein Arzt, der jetzt in Berlin arbeitet (er bat um Anonymität). "Sie bombardierten das Krankenhaus dreimal. Das dritte Mal war das letzte."
Was bedeutet das für Sie als Patient?
Wenn Sie einen arabischsprachigen Arzt suchen, gibt es Optionen – und mehr als Sie erwarten.
Die Website Jameda ermöglicht die Suche mit Sprachfilter. Geben Sie "Arabisch" im Sprachfeld ein und wählen Sie Ihre Fachrichtung. Allein in Berlin gibt es Hunderte Ergebnisse.
Aber eine Warnung: Nicht jeder, der Arabisch spricht, versteht Ihre medizinische Kultur. Manche Ärzte sind in Deutschland geboren und sprechen Arabisch nur grundlegend – gut für die Kommunikation, aber nicht unbedingt für kulturelles Verständnis.
Die Herausforderungen
Der Weg zur Anerkennung der medizinischen Qualifikation ist nicht einfach. Ausländische Ärzte müssen die Kenntnisprüfung oder Fachsprachprüfung bestehen – Prüfungen in medizinischem Fachdeutsch.
Viele arbeiten jahrelang als "Assistenten", bevor sie die volle Approbation erhalten. "Ich habe drei Jahre unter Aufsicht gearbeitet", sagt eine irakische Ärztin bei Vivantes. "Ich behandelte Patienten, aber die Unterschrift kam von einem deutschen Arzt."
Eine Erfolgsgeschichte – mit Vorbehalt
Arabische Ärzte in Deutschland repräsentieren eine echte Erfolgsgeschichte beruflicher Integration. Aber es ist keine rein rosige Geschichte.
Es gibt die, die Diskriminierung von Patienten erleben, die sich weigern, von einem "Ausländer" behandelt zu werden. Und die, die Doppelschichten in Jobs arbeiten, die deutsche Ärzte ablehnen. Aber es gibt auch die, die Abteilungsleiter geworden sind, die ihre eigene Praxis führen, die an medizinischen Fakultäten lehren.
Was sie verbindet? Sie sind zu einem unverzichtbaren Teil eines Gesundheitssystems geworden, das sie braucht – ob es will oder nicht.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
- Bundesärztekammer - Ärztestatistik
- Jameda - Arztsuche
- Anerkennung in Deutschland - Ärzte
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