Die Verbraucherpreise in Deutschland liegen im September 2026 voraussichtlich 3,3 Prozent über dem Stand von September 2025. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) am 30. September in seiner vorläufigen Schätzung. Gemeint ist der nationale Verbraucherpreisindex, kurz VPI, nicht der europäisch harmonisierte HVPI. Gegenüber August 2026 beträgt der vorläufige Anstieg 0,6 Prozent. Wer die Zahlen für seine Haushaltsplanung nutzt, muss also zunächst den Vergleichszeitraum beachten.
Beim Einkauf und beim Tanken zeigt sich zudem ein sehr unterschiedliches Bild. Nahrungsmittel kosten im Durchschnitt 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, berichtet die tagesschau unter Berufung auf die erste Destatis-Schätzung. Für Energie insgesamt nennt Destatis vorläufig 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Energie treibt damit die Teuerung deutlich an. Aus dem geringen durchschnittlichen Anstieg bei Lebensmitteln lässt sich dagegen weder der Preis eines einzelnen Produkts noch die Veränderung des eigenen Kassenbons ablesen.
Wenig zusätzliche Teuerung bedeutet auch nicht, dass frühere Preissprünge verschwunden sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) erklärt die Jahresrate als Vergleich der Kosten eines Warenkorbs mit demselben Monat des Vorjahres. Bleibt die Veränderungsrate positiv, liegt das Preisniveau über diesem Vergleichswert. Eine sinkende, aber weiterhin positive Rate heißt deshalb: Die Preise steigen langsamer. Sie fallen dadurch nicht auf einen früheren Stand zurück.
Für das persönliche Budget kommt es außerdem auf die Gewichte an. Im statistischen Warenkorb zählen Waren und Dienstleistungen entsprechend ihrem Anteil an den durchschnittlichen Konsumausgaben. Wie die EZB erläutert, wirkt dieselbe prozentuale Preisänderung bei einem großen Ausgabenposten stärker auf das Gesamtergebnis als bei einem kleinen. Zum Warenkorb gehören neben Lebensmitteln etwa auch Mieten, Versicherungen und langlebige Anschaffungen.
Ein vereinfachtes Beispiel: Verwendet ein Haushalt einen größeren Teil seines Budgets für Kraftstoff, trifft ihn dessen Preisanstieg bei sonst gleichen Bedingungen stärker als einen Haushalt mit geringem Kraftstoffanteil. Die persönliche Teuerung kann deshalb vom Durchschnitt abweichen. Ein pauschaler Aufschlag von 3,3 Prozent auf sämtliche Ausgaben bildet diese Unterschiede nicht ab.
Für einen brauchbaren Vergleich legen Sie Belege aus September 2026 neben die entsprechenden Belege aus September 2025. Trennen Sie Lebensmittel, Energie, Wohnen und Dienstleistungen. Prüfen Sie bei Produkten möglichst gleiche Mengen und vergleichbare Qualität. Bei Strom lohnt sich der getrennte Blick auf Preis und Verbrauch: Eine höhere Rechnung kann auch durch mehr verbrauchte Energie entstehen. Ebenso beweist ein kleinerer Einkaufsbetrag keine Preissenkung, wenn weniger im Korb liegt.
Wie sich andere Ausgabenanteile auf die berechnete Teuerung auswirken, lässt sich mit dem Persönlichen Inflationsrechner von Destatis nachvollziehen. Sie finden ihn auf der Themenseite unter „Statistik visualisiert“. Dort können Sie die Gütergruppen nach Ihrem eigenen Konsumverhalten gewichten. Beginnen Sie mit den größten Posten Ihres Haushalts. Welche Beträge Sie tatsächlich einplanen müssen, prüfen Sie anschließend anhand Ihrer Rechnungen, Mengen und vereinbarten Preise.
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