Iran-Krieg bedroht Deutschlands Wirtschaft
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnt vor 34,5 Milliarden Euro Schaden durch den Iran-Krieg. Kraftstoffengpässe drohen ab April, die Straße von Hormus ist fast vollständig blockiert. Deutschland hat 12 Prozent seiner Ölreserven freigegeben, Lufthansa streicht alle Nahost-Flüge. Was bedeutet das für Spritpreise und die erhoffte Konjunkturerholung?
فريق برليننا
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

ds_30 / Pixabay · Pixabay License
34,5 Milliarden Euro Schaden. Diese Zahl nannte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am Dienstag als vorläufige Schätzung der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs für Deutschland. Sie könnte zu niedrig angesetzt sein.
Die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Erdöls transportiert wird, ist nahezu vollständig blockiert. Hält der Konflikt an, drohen in Deutschland ab April oder Mai tatsächliche Kraftstoffengpässe. Das ist kein Alarmismus, sondern die offizielle Einschätzung aus dem Wirtschaftsministerium.
IW-Institut rechnet mit schlimmerem Szenario
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat ein härteres Szenario durchgerechnet: Steigt der Brent-Rohölpreis auf 150 Dollar pro Barrel, belaufen sich die Kosten für die deutsche Wirtschaft auf 80 Milliarden Dollar innerhalb von zwei Jahren. Das erhoffte Wirtschaftswachstum von einem Prozent im Jahr 2026 steht damit auf der Kippe.
Die Bundesregierung hat bereits 12 Prozent der strategischen Ölreserven freigegeben. Finanzminister Lars Klingbeil prüft eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne, die von der Krise profitieren.
Steinmeier spricht von "tiefem Riss" mit den USA
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Krieg als "Bruch des Völkerrechts" und "politisch desaströsen Fehler". Er sprach von einem "tiefen Riss" im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten. Bundeskanzler Merz wurde noch deutlicher: Wäre Berlin konsultiert worden, hätte man "davon abgeraten".
Lufthansa streicht alle Nahost-Flüge
Die Lufthansa hat sämtliche Flüge in den Nahen Osten bis Ende April gestrichen. Verbindungen nach Teheran, Beirut, Riad und Abu Dhabi bleiben bis Oktober ausgesetzt, Dubai und Tel Aviv bis zum 31. Mai. Für die rund 1,3 Millionen Menschen mit arabischem Migrationshintergrund in Deutschland bedeutet das: Reisen in die Herkunftsländer sind vorerst kaum möglich.
Was Verbraucher jetzt erwartet
Steigende Ölpreise treffen nicht nur die Zapfsäule. Heizkosten, Lebensmittelpreise und Transportkosten steigen mit. Die Bundesregierung könnte wie 2022 direkte Entlastungen beschließen, doch der finanzielle Spielraum ist diesmal deutlich geringer.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Deutschland auf eine neue Rezession zusteuert oder den Schock abfedern kann. Bislang gibt es darauf keine klare Antwort.
Quellen
- The Local Germany - Iran-Krieg Berichterstattung (März 2026)
- Institut der deutschen Wirtschaft (IW) - Konjunkturprognosen
- Lufthansa - Fluginformationen und Streckenänderungen
- Bundesregierung - Stellungnahmen zur Iran-Krise
5 Minuten jeden Morgen
Die wichtigsten Deutschland-Nachrichten für Sie
Wort des Tages, Nachrichten und Tipps — täglich in Ihrem Postfach
Treten Sie unserem Telegram-Kanal bei
Erhalten Sie sofortige Updates und Eilmeldungen direkt auf Ihr Telefon
فريق برليننا
Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.


