Kaiserschnitt-Rekord: Wie Eltern vergleichen
Jede dritte Geburt im deutschen Krankenhaus war 2025 ein Kaiserschnitt. Es ist die hoechste Quote seit der Wiedervereinigung. Das berichtet der Tagesspiegel auf Basis einer dpa-Meldung zum Internationalen Hebammentag. Werdende Eltern in Berlin koennen ihre Geburtsklinik frei waehlen, unabhaengig vom Wohnort. Die Kaiserschnittrate variiert von Klinik zu Klinik. Wer jetzt schwanger ist, hat Zeit, Charite Mitte, Charite Virchow und Vivantes Neukoelln zu vergleichen.
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Berlin Brewer / Wikimedia Commons (CC BY-SA (Wikimedia Commons)) · CC BY-SA (Wikimedia Commons)
Jede dritte Geburt im deutschen Krankenhaus war 2025 ein Kaiserschnitt. Das ist die hoechste Quote seit der Wiedervereinigung. Die Zahl meldet der Tagesspiegel auf Basis einer dpa-Meldung am 4. Mai 2026, einen Tag vor dem Internationalen Hebammentag.
Fuer werdende Eltern in Berlin steckt in dieser Zahl eine praktische Frage: An welchem Punkt der Schwangerschaft wird ueber die Geburtsart eigentlich entschieden? Viele denken im Kreißsaal. Tatsaechlich faellt eine wichtige Vorentscheidung Monate frueher, bei der Wahl der Klinik. Denn Kaiserschnittraten unterscheiden sich von Haus zu Haus.
Freie Klinikwahl ist gesetzlich garantiert
Wer in Berlin entbindet, ist nicht an die naechste Klinik gebunden. Die freie Wahl des Krankenhauses ist im deutschen Sozialgesetzbuch verankert. Der Wohnort innerhalb Berlins schraenkt diese Wahl nicht ein. Eine Schwangere aus Spandau kann in Mitte entbinden, eine Schwangere aus Friedrichshain in Steglitz. Die Anmeldung zur Geburt erfolgt ueblicherweise zwischen der 30. und 34. Schwangerschaftswoche, davor stehen Kreißsaalfuehrungen offen.
Diese Information ist kein Geheimwissen, aber sie taucht in Erstgespraechen mit Frauenaerztinnen oft erst spaet auf, wenn ueberhaupt. Wer fruehzeitig entscheidet, hat Zeit, mehr als eine Klinik zu besuchen, mit der eigenen Hebamme zu sprechen und Aufnahmebedingungen zu vergleichen.
Wo die Zahlen pro Klinik veroeffentlicht werden
Die Kaiserschnittrate jeder deutschen Geburtsklinik wird jaehrlich vom Institut fuer Qualitaetssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) veroeffentlicht. Das IQTIG ist die vom Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragte Stelle fuer Klinik-Qualitaetsberichte. Die Berichte sind kostenfrei online einsehbar. Wer die Adresse iqtig.org aufruft und dort den Punkt Qualitaetsberichte anklickt, kann nach Klinikname suchen und neben der Kaiserschnittrate auch Geburtenzahlen und weitere Qualitaetsindikatoren abrufen.
Konkrete Klinikraten nennen wir hier bewusst nicht. Sie aendern sich von Jahr zu Jahr, und eine Zahl, die heute richtig ist, kann naechsten Sommer veraltet sein. Die Quelle ist live, der Vergleich gehoert in den Browser, nicht in einen Artikel mit Halbwertszeit.
Drei Anlaufstellen in Berlin
Drei Adressen, an denen viele Eltern den Vergleich starten. Die Charite betreibt Geburtskliniken am Campus Mitte (Luisenstrasse), am Campus Virchow (Wedding) und am Campus Benjamin Franklin (Steglitz). Sie ist Europas groesstes Universitaetsklinikum und betreut Schwangerschaften jeden Risikoprofils.
Das Vivantes Klinikum Neukoelln in der Rudower Strasse 48 ist eine der groessten Geburtskliniken der Stadt. Es gehoert zum staedtischen Konzern Vivantes und verfuegt ueber ein Perinatalzentrum Level 1, also die hoechste Versorgungsstufe fuer Risikogeburten und Fruehgeborene. Daneben kommen Haeuser wie das St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof, das Sana Klinikum Lichtenberg oder die DRK Kliniken Westend in Frage. Die Liste ist nicht vollstaendig, sie soll zeigen: Es gibt Auswahl.
Die praktische Reihenfolge
Wer im ersten oder zweiten Trimester ist, hat Zeit fuer drei Schritte. Erstens: drei Geburtskliniken in erreichbarer Naehe auswaehlen. Zweitens: auf iqtig.org die Qualitaetsberichte aufrufen und Kaiserschnittrate sowie Geburtenzahl pro Klinik notieren. Eine grosse Geburtenzahl bedeutet meist mehr Routine bei Komplikationen, eine niedrige Kaiserschnittquote allein sagt noch nichts ueber die Versorgungsqualitaet.
Drittens: Kreißsaalfuehrungen besuchen. Diese sind kostenlos und werden von allen Berliner Geburtskliniken angeboten, oft mit Anmeldung ueber die jeweilige Klinikwebsite. Vor Ort lassen sich die Fragen klaeren, die in keinem Bericht stehen: Wie ist die Begleitperson-Regelung? Gibt es mehrsprachige Hebammen? Welche Geburtspositionen sind moeglich?
Die letzte Entscheidung trifft die Schwangere mit ihrer Hebamme oder Frauenaerztin. Ein Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Aber die Daten, die im Beratungsgespraech auf den Tisch kommen, koennen aktiv mitgebracht werden. Genau das verschiebt die Klinikwahl von einer geografischen Zufallsentscheidung zu einer informierten Wahl.
Warum jetzt
Der Deutsche Hebammenverband nutzt den Internationalen Hebammentag traditionell, um auf die Geburtshilfe in Deutschland aufmerksam zu machen. Der neue Rekordwert verstaerkt diese Diskussion, doch politische Aenderungen brauchen Jahre. Schwangere, die jetzt im fuenften Monat sind, koennen darauf nicht warten.
Was sie tun koennen, steht ihnen heute zur Verfuegung: das Recht auf freie Klinikwahl und der Zugang zu offiziellen Qualitaetsdaten. Der Tagesspiegel-Bericht stuetzt sich auf vorlaeufige Zahlen fuer 2025; die endgueltige amtliche Bestaetigung folgt ueber das Statistische Bundesamt. An der Tatsache, dass die Klinikwahl die Geburtsart mitpraegt, aendert das nichts. Eine halbe Stunde auf iqtig.org vor der Anmeldung ist gut investierte Zeit.
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