Zwölf Monate für Einwendungen gegen die Nebenkostenabrechnung bedeuten keine zwölf Monate Zahlungspause. Darauf weist die Verbraucherzentrale in ihrer Hilfe zu hohen Nachforderungen hin. Wer eine Abrechnung gerade erhalten hat, sollte deshalb zuerst den Zugangstag festhalten und die im Begleitschreiben genannte Zahlungsfrist prüfen.
Erst den strittigen Posten finden
Eine hohe Nachforderung ist ein Anlass zur Prüfung, aber noch kein Beleg für einen Fehler. Vergleichen Sie die angesetzten Vorauszahlungen mit Ihren eigenen Unterlagen. Markieren Sie, welcher Betrag oder welcher Zeitraum nicht nachvollziehbar ist. Damit lässt sich beim Vermieter gezielter nachfragen als mit einem pauschalen Widerspruch gegen die gesamte Rechnung.
Für Heizkosten nennt die Verbraucherzentrale in ihrer am 7. August 2026 aktualisierten Prüfhilfe unter anderem den Abrechnungszeitraum und die berücksichtigten Vorauszahlungen. Wer dabei nicht weiterkommt, kann die Unterlagen einer Verbraucherzentrale oder einem Mieterverein zur Prüfung vorlegen.
Die Belege zur Abrechnung dürfen Mieter anfordern. § 556 Absatz 4 BGB verpflichtet den Vermieter, auf Verlangen Einsicht zu gewähren. Er darf die Belege elektronisch bereitstellen. Bitten Sie ausdrücklich um Belegeinsicht und benennen Sie den Posten, den Sie prüfen wollen. Bewahren Sie Anfrage und Antwort auf.
Welche Frist das Gesetz meint
Nach § 556 Absatz 3 BGB müssen Einwendungen grundsätzlich spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitgeteilt werden. Eine Ausnahme gilt, wenn der Mieter die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten hat. Maßgeblich ist damit der Zugang, nicht allein das Datum, das oben auf dem Schreiben steht.
Die Zahlungsfrage ist davon getrennt zu klären. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich davor, die Einwendungsfrist als Zeit zum Nichtzahlen zu verstehen. Umgekehrt wird eine Forderung nicht allein durch das Begleitschreiben richtig. Wenn Betrag oder Fälligkeit strittig sind, sollte die Beratung rechtzeitig vor dem genannten Zahlungstermin stattfinden.
Für den nächsten Schritt brauchen Sie zunächst die Abrechnung, das Begleitschreiben und Ihre Zahlungsunterlagen. Notieren Sie beide Fristen und verlangen Sie fehlende Belege. Ob und wie ein streitiger Betrag zurückgehalten werden kann, lässt sich erst anhand des konkreten Falls beurteilen; ein Widerspruch allein ist kein automatischer Zahlungsaufschub.
Redaktioneller Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder eine Migrationsberatungsstelle.
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