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Neue App: Geld zurueck bei lahmem Handynetz

Drei Balken in der Wohnung, und das Videotelefonat bricht zum dritten Mal ab.

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SymbolbildBildquelle: ThorstenF · Pixabay License

Redaktioneller BelegGeprüft4 QuellenlinksAktualisiert 20. April 2026Methodik
Quellenbeleg

Seit dem heutigen Montag, 20. April 2026, gibt es in Deutschland ein offizielles Werkzeug gegen zu langsames Handynetz. Die Bundesnetzagentur hat eine neue App mit dem Namen Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk veroeffentlicht, die erstmals standardisierte Messungen auf dem Mobilfunknetz durchfuehrt und ein gerichtsverwertbares PDF-Protokoll erstellt.

Wer seine Rechnung senken oder seinen Vertrag vorzeitig beenden will, hat ab heute einen klaren, dokumentierten Weg. Die Grundlage ist § 57 Telekommunikationsgesetz. Liegt die tatsaechliche Downloadgeschwindigkeit dauerhaft unter der im Vertrag zugesicherten Mindestleistung, hat der Kunde das Recht auf Entgeltminderung oder auf fristlose Kuendigung ohne Gebuehr.

Wie die Messung funktioniert

Die App heisst Breitbandmessung und ist kostenlos fuer Android und iOS erhaeltlich. Nach der Installation gibt der Nutzer die im Vertrag zugesicherte Mindestgeschwindigkeit ein. Die App misst im Anschluss Download, Upload und Latenz und vergleicht sie mit dem Sollwert.

Laut Bundesnetzagentur sind fuer einen belastbaren Nachweis 30 Einzelmessungen innerhalb von 14 Tagen (Festnetz) bzw. verteilt ueber bis zu fuenf Tage (Mobilfunk) erforderlich. Die Messungen sollen am gewohnten Nutzungsort erfolgen, etwa in der Wohnung oder am Arbeitsplatz. Nach Abschluss generiert die App ein PDF-Messprotokoll mit dem Siegel der Behoerde.

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Die App misst Download, Upload und Latenz ueber zwei Tage verteilt

Minderung oder Kuendigung

Mit dem Messprotokoll wendet sich der Kunde schriftlich an den Anbieter. In dem Schreiben werden die Vertragsnummer, der Bezug auf § 57 TKG und die konkrete Forderung genannt: entweder die monatliche Rechnung um einen bestimmten Prozentsatz zu reduzieren oder den Vertrag fristlos zu beenden. Verbraucherzentralen empfehlen, den Brief per Einschreiben zu senden und eine Frist von zwei Wochen fuer die Antwort zu setzen.

Die Anbieter, darunter auch Discounter-Marken wie Aldi Talk, Lebara oder Ortel sowie die grossen Netze O2, Vodafone und Telekom, sind an dieselben Regeln gebunden. Wie Tagesschau berichtet, ist der Messwert der Bundesnetzagentur-App als offizieller Nachweis anerkannt. Die genauen Schwellenwerte sind in der Pressemitteilung der Behoerde vom 15. April 2026 festgelegt und gelten seit dem 20. April 2026.

Konkrete Rechnung

Bei einem Vertrag von 20 Euro im Monat und einer Minderung von 30 Prozent ueber zwoelf Monate summiert sich die Rueckforderung auf rund 72 Euro. Wer fristlos kuendigt, spart zusaetzlich die Grundgebuehr fuer die Restlaufzeit eines zweijaehrigen Vertrags. Der Zeitpunkt ist guenstig: Vor den Sommerreisen lohnt es sich fuer viele Haushalte, den mobilen Datentarif auf den Pruefstand zu stellen.

Wo es Hilfe gibt

Weigert sich der Anbieter oder antwortet er gar nicht, kann der Kunde eine Beschwerde direkt bei der Bundesnetzagentur einreichen. Fuer eine rechtliche Einschaetzung bieten die Verbraucherzentralen kostenguenstige Erstberatung an, in Berlin zum Beispiel ueber verbraucherzentrale-berlin.de. Die ersten Tage nach dem App-Start sind fuer Nutzer besonders interessant, weil die Anbieter ihre juristischen Antworten auf die neue Beweislage noch nicht vollstaendig eingespielt haben.

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