Der Zug auf dem Foto fährt schon durch Berlin. Zur neuen Bestellung gehört er trotzdem nicht. Abgebildet ist eine bestehende S-Bahn der Baureihe 483/484 in Treptow – das Fahrzeugkonzept, an dem sich die nächste Generation orientieren soll. Die ersten Züge aus dem neuen Auftrag existieren noch nicht im Fahrgastbetrieb.
1.400 Wagen für zwei Teilnetze
Die Berliner Senatsverkehrsverwaltung machte die Entscheidung am 16. Juli 2026 öffentlich. Rechtskräftig erteilt worden war der Zuschlag bereits am 8. Juli. Auftragnehmer ist ein Konsortium aus S-Bahn Berlin, Siemens Mobility und Stadler Deutschland.
Bestellt sind 350 vierteilige Halbzüge, zusammen 1.400 Wagen. Sie sind für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd vorgesehen. Die Ringbahn gehört nicht zu dieser Vergabe. Auch die Einordnung von Entwicklungsstadt trennt beides: Das vom Ring bekannte Fahrzeug dient als technische und optische Referenz, die neu beschaffte Flotte fährt später in den beiden anderen Teilnetzen.
Bekanntes Design, neue Fahrzeuge
Nach Angaben von Siemens Mobility werden die bestellten Züge aus der aktuellen Baureihe 483/484 weiterentwickelt, die Siemens und Stadler für das Ringnetz geliefert haben. Das markante Design soll erhalten bleiben. Genau deshalb passt das Treptower Foto zur Nachricht – als Bild des bestehenden Vorbilds, nicht als Aufnahme oder Rendering eines fertigen Neufahrzeugs.
Laut Siemens sind eine vollständige Klimatisierung, moderne Fahrgastinformation, automatische Schiebetritte und ein neu gestalteter Mehrzweckbereich geplant. Der Hersteller nennt außerdem USB-C-Anschlüsse an jedem zweiten Sitzplatz. Das sind angekündigte Merkmale der künftigen Flotte. Daraus lässt sich weder eine heutige Ausstattung ableiten noch eine Garantie gegen Verspätungen oder Zugausfälle.
Der Fahrgastbetrieb beginnt 2032
Betriebsaufnahme und Einflottung sollen Anfang 2032 beginnen. Danach ist ein schrittweiser Hochlauf bis 2038 vorgesehen. Eine belastbare Reihenfolge für einzelne Linien nennen die vorliegenden Quellen nicht. Die Zeitspanne 2032 bis 2038 ist deshalb kein Versprechen, dass eine bestimmte Linie an einem bestimmten Tag ihren ersten neuen Zug erhält.
Für aktuelle Fahrten ändert der Zuschlag nichts: Heute gilt weder ein neuer Fahrplan noch ein neuer Tarif, und auf der Ringbahn fahren wegen dieses Auftrags nicht sofort zusätzliche Züge. Beschlossen ist ein langfristiges Flottenprojekt, nicht eine kurzfristige Änderung des Angebots.
Vor der Fahrt aktuell prüfen
Wer heute mit der S-Bahn unterwegs ist, sollte vor dem Losfahren die aktuelle Fahrplanauskunft der S-Bahn Berlin öffnen – besonders bei Bauarbeiten oder Störungen. Für Bilder zur Bestellung hilft eine zweite Prüfung: Zeigt die Aufnahme bereits die Baureihe 483/484, ist sie ein Foto des heutigen Referenzfahrzeugs. Die neue Stadtbahn- und Nord-Süd-Flotte soll erst ab Anfang 2032 schrittweise sichtbar werden.
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