Seit dem 8. Juli taucht auf der M4 ein Wagen auf, der kaum zu übersehen ist. Der rund 51 Meter lange Urbanliner fährt für Tests und Schulungen durch das Netz. Das ist noch nicht dasselbe wie der angekündigte reguläre Fahrgasteinsatz Mitte Juli – und schon gar nicht die Umstellung jeder M4-Fahrt.
Die Technische Aufsichtsbehörde hat zunächst das erste Fahrzeug für den Betrieb auf der M4 genehmigt. Das teilte die BVG am 1. Juli 2026 mit. Einen exakten ersten Tag mit Fahrgästen nannte das Unternehmen nicht. Auch die dpa-Meldung auf Berlin.de bleibt beim Zeitfenster Mitte Juli. Wer den langen Zug auf einem Foto oder bei einer Schulungsfahrt sieht, sollte daraus also keinen vollständigen Start ableiten.
Mehr Raum, aber noch kein Zuverlässigkeitsbeweis
Der Urbanliner ist 50,89 Meter lang und 2,40 Meter breit. Nach den technischen Angaben der BVG finden 312 Menschen Platz, 92 davon auf Sitzen. Mehrzweckbereiche sind für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder vorgesehen. Niedrige Sitze, erhöhte Komfortsitze und eine zusätzliche Spaltüberbrückung sollen den Einstieg erleichtern.
Diese Ausstattung ist greifbar; eine bessere Pünktlichkeit ist es noch nicht. Dazu gibt es aus dem laufenden Betrieb noch keine belastbaren Ergebnisse. Die BVG plant, die M4-Flotte bis Ende 2026 auf etwa 15 Urbanliner auszubauen. Bis voraussichtlich 2028 soll sich diese Zahl nochmals verdoppeln. Jede Bahn und jede Linie braucht dabei eine eigene Zulassung.
Die Strecke war Teil der Prüfung
Am Alexanderplatz reichte die Fahrzeugprüfung allein nicht. Nach statischen Nachberechnungen wurden zwei zusätzliche Stützen im U-Bahn-Tunnel eingebaut. Sie sichern ein höher angesetztes Belastungsszenario ab. Laut BVG waren dafür keine Unterbrechungen des U-Bahn-Verkehrs nötig. Der Fall zeigt, warum sich die Freigabe eines neuen Fahrzeugtyps nicht nur im Depot entscheidet.
Vor der Fahrt den konkreten Einsatz prüfen
Für Fahrgäste, die auf barrierearme Bereiche oder zusätzlichen Platz angewiesen sind, bleibt die einzelne Verbindung entscheidend. Prüfen Sie am Reisetag die BVG Fahrinfo und die offizielle Verbindungsauskunft. Der verlässliche Stand ist derzeit: Das erste Fahrzeug ist genehmigt, das Testfenster läuft, und der schrittweise Fahrgastbetrieb soll Mitte Juli beginnen.
Berlinuna Redaktion
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