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Offene Iftar-Tafeln verbinden Berlins Kieze

In Neukölln, Kreuzberg und Wedding laden arabische Familien ihre deutschen Nachbarn zum gemeinsamen Fastenbrechen ein. Mitten in politisch angespannten Zeiten wird Essen zur Brücke zwischen den Kulturen — eine Sprache, die keine Übersetzung braucht.

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فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•4. März 2026•4 Min. Lesezeit•83 Aufrufe
Offene Iftar-Tafeln verbinden Berlins Kieze
Symbolbild

صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: maxfranke/Pixabay · Pixabay License

19 Uhr, Karl-Marx-Straße in Neukölln. Ein langer Tisch erstreckt sich über den Gehweg. Darauf stehen Fattoush, Datteln, Joghurt und Kibbeh. Auf der einen Seite sitzt eine syrische Mutter, auf der anderen ein deutsches Ehepaar, das neugierig nach dem Namen der orangefarbenen Suppe fragt.

"Linsensuppe", antwortet die Mutter lachend. Ein Lächeln. Mehr braucht es nicht.

Solche Szenen wiederholen sich in diesem Monat in mehreren Berliner Stadtteilen. Jetzt, in der dritten Woche des Ramadan 2026, breiten sich offene Iftar-Tafeln aus, bei denen muslimische Familien ihre deutschen Nachbarn zum gemeinsamen Fastenbrechen einladen. Keine offiziellen Einladungen, keine Eintrittskarten — nur Essen, Gespräche und manchmal ein Lachen, das keine gemeinsame Sprache braucht.

Die Idee ist nicht völlig neu. Aber dieses Jahr bekommt sie eine andere Dimension. Laut dem Statistischen Bundesamt leben rund 350.000 Muslime in Berlin — etwa 9 Prozent der Stadtbevölkerung. In Vierteln wie Neukölln und Kreuzberg ist der Anteil deutlich höher. Aber weiß der deutsche Nachbar wirklich, was hinter jenen Türen während des Ramadan passiert?

Diese Frage hat mehrere Gemeinschaftsorganisationen dazu bewogen, Initiativen für offenes Iftar zu starten. Noura, eine ehrenamtliche Organisatorin in Wedding, erklärte das Ziel so: "Wir möchten, dass unsere Nachbarn verstehen, warum wir fasten. Nicht durch einen Vortrag, sondern durch einen Teller Mansaf."

Drei Kieze, ein Tisch

In Neukölln — dem Stadtteil mit der größten arabischen Gemeinschaft Berlins — haben lokale Vereine seit Beginn des Fastenmonats vier offene Iftar-Tafeln organisiert. Jede Tafel empfängt zwischen 80 und 120 Personen, ungefähr die Hälfte davon Nicht-Muslime. Das Essen? Eine nicht zu kategorisierende Mischung. Hummus neben deutscher Brezel. Und Baklava wird mit deutschem Filterkaffee serviert.

In Kreuzberg hat die Initiative einen anderen Charakter angenommen. Eine Freiwillige betonte, dass der Fokus dort nicht nur auf dem Essen liege, sondern auf dem Dialog: "Wir legen kleine Karten auf die Tische mit einfachen Fragen auf Arabisch und Deutsch. Zum Beispiel: Was war dein Lieblingsessen als Kind? Das bricht das Eis schneller als jedes offizielle Integrationsprogramm."

In Wedding geht es noch spontaner zu. Familien tragen ihre Tische in den Innenhof des Wohnhauses und laden jeden ein, der vorbeikommt. DW-Berichte weisen darauf hin, dass ähnliche Initiativen dieses Jahr in mehr als 15 deutschen Städten stattfinden. Aber Berlin bleibt am aktivsten — wegen seiner einzigartigen demografischen Vielfalt.

Vielfältige Speisen auf einem großen Tisch mit Gerichten aus verschiedenen Kulturen
Symbolbild. Photo by Brooke Lark on Unsplash

Essen als gemeinsame Sprache

Vor dem Hintergrund eines angespannten politischen Klimas — im Bundestag wird heftig über Migration und Integration debattiert — senden diese Tafeln eine andere Botschaft. Eine deutsche Frau in ihren Sechzigern, die zum ersten Mal ein Iftar in Neukölln besuchte, berichtete, sie habe nicht gewusst, dass "Ramadan auch Freude beinhaltet. Ich dachte, es sei nur ein trauriger Monat."

Dieses gegenseitige Unwissen — nicht unbedingt Feindseligkeit — versuchen die Tafeln zu überwinden. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2023 zufolge gaben 52 Prozent der Deutschen an, noch nie mit einem muslimischen Nachbarn über dessen Religion oder Kultur gesprochen zu haben. Die Zahl überrascht nicht wirklich — wann hat man zuletzt bei einem Nachbarn geklingelt?

Aber wenn ein Teller Kunafa vor einem steht und man nach seiner Meinung gefragt wird, ändert sich die Gleichung. Eine Migrationsforscherin an der Freien Universität Berlin wies darauf hin, dass "informelle Begegnungen rund ums Essen ein tieferes Vertrauen aufbauen als jede interreligiöse Dialogkonferenz."

Nicht alles ist rosig

Natürlich gibt es Herausforderungen. Einige Organisatoren (besonders in den östlichen Bezirken Berlins) stießen auf Ablehnung von Nachbarn, die mit der teilweisen Sperrung des Gehwegs nicht einverstanden waren. Und die Bürokratie schläft nicht — eine Organisatorin warnte, dass die Genehmigungen vom Bezirksamt manchmal Wochen dauern: "Wir haben den Antrag zwei Monate vor Ramadan eingereicht und die Genehmigung erst drei Tage vor Beginn bekommen."

Auch die Finanzierung ist ein Problem. Die meisten Tafeln leben von Spenden der teilnehmenden Familien. Noura fügte hinzu: "Jede Familie kocht für zwanzig Personen aus eigener Tasche. Einfach ist das nicht, aber es lohnt sich." Manche Initiativen erhielten Unterstützung von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Beträge (in der Regel zwischen 500 und 1.000 Euro pro Veranstaltung) decken die Kosten aber nicht vollständig.

Und dennoch wächst die Nachfrage. Ein Organisator in Kreuzberg berichtete, die Zahl der deutschen Nachbarn habe sich dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Und das Wichtigste — viele kamen am nächsten Tag wieder. Mit Freunden.

Am Ende der Tafel in Neukölln, als die Teller leer waren und nur noch Pfefferminztee übrig blieb, fragte ein deutscher Mann seinen syrischen Nachbarn: "Kann ich nächste Woche einen Tag mit euch fasten?" Alle lachten. Aber der Syrer antwortete ernst: "Natürlich. Aber du musst um vier Uhr morgens aufstehen. Für das Suhur."

Der Deutsche schwieg kurz. Dann sagte er: "Vielleicht fange ich erstmal nur mit dem Iftar an."

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt - Migration und Integration
  2. Bertelsmann Stiftung - Religionsmonitor
  3. DW Arabic - Ramadan in Deutschland
  4. Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin

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