Steuererklärung: So holen Sie sich Tausende zurück
Die durchschnittliche Steuerrückerstattung in Deutschland liegt bei über 1.095 Euro. Viele Zugewanderte verschenken dieses Geld, weil sie keine Steuererklärung abgeben. Umzugskosten, Sprachkurse und Fahrtkosten sind absetzbar. Dieser Leitfaden erklärt, wer abgeben muss, was absetzbar ist und welche Tools helfen.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Micheile Henderson/Unsplash · Unsplash License
Samer arbeitet seit drei Jahren als Softwareentwickler in Berlin. Sein Bruttogehalt: 4.500 Euro monatlich. Jeden Monat sieht er, wie ein Drittel seines Gehalts an das Finanzamt geht. Aber eine Steuererklärung hat er nie abgegeben — er wusste nicht, dass er das kann. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt die durchschnittliche Steuerrückerstattung in Deutschland bei 1.095 Euro. Samer hat in drei Jahren vermutlich mehr als 3.000 Euro verschenkt.
Wer muss — und wer sollte?
Pflicht zur Abgabe besteht für Ehepaare in Steuerklasse 3/5, Selbstständige, Personen mit mehreren Arbeitgebern im selben Jahr und bei Nebeneinkünften über 410 Euro. Arbeitnehmer in Steuerklasse 1 mit einem einzigen Arbeitgeber sind nicht verpflichtet — sollten aber freiwillig abgeben, denn hier sind die Rückerstattungen oft am höchsten. Wer bisher nie freiwillig abgegeben hat, kann dies für die letzten vier Jahre nachholen — also aktuell für 2022 bis 2025.
Was Sie absetzen können
Werbungskosten sind der größte Hebel. Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 Euro pro Kilometer einfacher Fahrt — bei 20 Kilometern Arbeitsweg sind das 1.380 Euro im Jahr. Die Homeoffice-Pauschale bringt sechs Euro pro Tag im Homeoffice, maximal 1.260 Euro jährlich. Deutschkurse lassen sich als berufliche Weiterbildung absetzen, wenn die Sprache im Job benötigt wird. Umzugskosten nach Deutschland — einschließlich Flugtickets und Versand — sind im Umzugsjahr absetzbar.
Oft übersehen: Sonderausgaben wie Krankenversicherungsbeiträge und Haftpflichtversicherung. Ebenso Handwerkerleistungen — wer einen Handwerker in der Wohnung hatte, kann 20 Prozent der Arbeitskosten absetzen, maximal 1.200 Euro pro Jahr.
Die besten Tools für die Abgabe
ELSTER ist das kostenlose offizielle Portal des Finanzamts — allerdings nur auf Deutsch und für Einsteiger komplex. Einfacher geht es mit Taxfix (englischsprachig, führt mit Fragen durch den Prozess, kostet rund 40 Euro nur bei Erstattung), Wundertax (englischsprachig, schlichte Oberfläche, etwa 35 Euro) oder SteuerGo (deutsch und englisch). Alle drei berechnen die voraussichtliche Erstattung, bevor man zahlt.
Fristen beachten
Für Pflichtveranlagte gilt der 31. Juli des Folgejahres als Abgabefrist. Mit Steuerberater verlängert sich die Frist bis Ende Februar des übernächsten Jahres. Für freiwillige Abgaben hat man vier Jahre Zeit — aber je früher man abgibt, desto schneller kommt das Geld. Das Finanzamt braucht in der Regel sechs bis zwölf Wochen für die Bearbeitung.
Das deutsche Steuersystem ist komplex — das stimmt. Aber mehr als tausend Euro pro Jahr liegen zu lassen, weil man kein Formular ausgefüllt hat? Das ist kein Komplexitätsproblem. Das ist eine vermeidbare Lücke, die sich in einer Stunde mit der richtigen App schließen lässt.
Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder eine Migrationsberatungsstelle.
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