Tankrabatt und Prämie: Was bleibt übrig?
Der Bundestag hat am 24. April 2026 gleichzeitig zwei Maßnahmen beschlossen: einen Tankrabatt, der sofort an der Zapfsäule wirkt, und eine separate Entlastungsprämie, die beantragt werden muss. Wer 40 bis 60 Liter pro Woche tankt, kann die Ersparnis in zwei Minuten ausrechnen. Wer als Lieferfahrer, Angestellter oder Selbstständiger die Prämie nicht aktiv einfordert, riskiert mehrere hundert Euro zu verlieren.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: planet_fox/Pixabay · Pixabay License
Der Bundestag hat am 24. April 2026 zwei Maßnahmen gleichzeitig beschlossen: einen Tankrabatt, der sofort an der Zapfsäule wirkt, und eine separate Entlastungsprämie, die nicht automatisch bei allen Beschäftigten ankommt. Der Beschluss fiel an dem Tag, an dem laut tagesschau.de die Spritpreise am Mittag den stärksten Anstieg seit Einführung der 12-Uhr-Regel zeigten, im Hintergrund die Lage im Iran.
Die Rechnung ist komplizierter, als die Schlagzeile suggeriert. Der Rabatt senkt den Literpreis unmittelbar. Doch weil der Grundpreis am selben Tag sprang, bleibt an der Anzeigetafel kein offensichtlich niedrigerer Wert stehen. Wer nicht selbst ausrechnet, was er ohne den Beschluss bezahlt hätte, merkt den Unterschied nicht. Und wer die Prämie nicht aktiv beantragt, bekommt sie in vielen Fällen nicht.
Zwei Maßnahmen, zwei verschiedene Wege
Der Tankrabatt ist eine Senkung der Energiesteuer. Er gilt automatisch an der Zapfsäule, ohne Antrag, ohne Nachweis. Wer tankt, zahlt den reduzierten Preis direkt. Das ist der einfache Teil.
Die Entlastungsprämie ist ein separater Einmalbetrag, der an bestimmte Beschäftigtengruppen und Haushalte fließen soll, um den Druck an Pendler und einkommensschwache Familien abzufedern. Hier wird es unübersichtlich. Der Weg zur Auszahlung hängt vom Beschäftigungsstatus ab, und genau an dieser Stelle ging 2022 bei der Energiepreispauschale für viele Menschen Geld verloren, weil der Antrag nicht rechtzeitig gestellt wurde.
Die genaue Höhe des Tankrabatts in Cent pro Liter und die Bemessungsgrenzen der Entlastungsprämie sind auf der Seite des Bundesfinanzministeriums zum Zeitpunkt dieser Meldung noch nicht final veröffentlicht. Die Durchführungsverordnung folgt dem Bundestagsbeschluss erfahrungsgemäß mit einigen Tagen Abstand.

Was spart ein Vollzeitpendler wirklich?
Die Rechenformel ist simpel: wöchentliche Tankmenge in Litern mal Rabatt in Cent, das Ergebnis mal vier für den Monatswert.
Ein Pendler mit 50 Litern pro Woche verbraucht rund 200 Liter im Monat. Bei einem Rabatt von 15 Cent pro Liter (illustrativ, nicht die endgültige Zahl) spart er 30 Euro monatlich. Bei 20 Cent wären es 40 Euro, bei 25 Cent 50 Euro. Lieferfahrer bei Lieferando, Wolt oder Flink, die oft 80 bis 100 Liter pro Woche tanken, kommen auf eine Monatsersparnis zwischen 60 und 100 Euro, je nachdem, welche Cent-Zahl sich final durchsetzt.
Wichtig bleibt der Vergleichspunkt. Der Grundpreis war am Tag des Beschlusses so stark gestiegen wie seit Einführung der 12-Uhr-Preisbremse nicht mehr. Das bedeutet in der Praxis: der Tankrabatt dämpft den Anstieg, macht ihn aber in vielen Fällen nicht rückgängig. Die Ersparnis ist real, aber sie ist nicht das Netto-Minus auf der Rechnung im Vergleich zur Vorwoche, sondern das Delta zu dem, was man ohne Rabatt hätte zahlen müssen.
Wer muss die Prämie beantragen?
Das Modell der Energiepreispauschale 2022 ist der klarste Vergleichsanker. Damals hing der Auszahlungsweg am Beschäftigungsstatus, und dieselbe Struktur zeichnet sich laut Fachpresse auch für die Entlastungsprämie ab. Bis die BMF-Richtlinie final ist, gelten folgende Szenarien als wahrscheinlich.
Festangestellte bekamen die Prämie 2022 automatisch über den Arbeitgeber, ausgezahlt mit dem Gehalt und verrechnet mit der Lohnsteuer. Kein Antrag nötig. Wichtig für 2026: Nach Inkrafttreten des Gesetzes die Lohnabrechnung prüfen, ob der Posten tatsächlich auftaucht. Fehlende Auszahlung kommt vor, die Korrektur läuft dann über die Personalabteilung.
Minijobber mussten die Prämie 2022 selbst über die Einkommensteuererklärung geltend machen. Der Arbeitgeber zahlt hier nicht automatisch. Wer keine Steuererklärung abgibt, bekommt den Betrag nicht. Dieses Detail war 2022 der häufigste Grund, aus dem Geld liegen blieb.
Selbstständige und Kleinunternehmer, einschließlich Uber- und Bolt-Fahrer, erhielten die EPP 2022 über eine Herabsetzung der Einkommensteuer-Vorauszahlung durch das Finanzamt oder über die Jahressteuererklärung. Der gleiche Weg ist für 2026 zu erwarten. Wer quartalsweise vorauszahlt, sollte frühzeitig einen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlung stellen, sobald die konkrete Prämienhöhe feststeht.
Rentner bekamen die Energiepauschale 2022 automatisch über die Deutsche Rentenversicherung. Ein eigener Antrag war nicht nötig. Ob das 2026 identisch läuft, hängt an der Durchführungsverordnung, die in den kommenden Wochen kommen soll.

Die Frist
Die konkrete Frist für die Entlastungsprämie steht noch nicht abschließend fest. Orientierung gibt jedoch die Regel für die Einkommensteuererklärung: Wer die Prämie über die Steuererklärung holen muss, ist an die reguläre Abgabefrist gebunden. Das ist für das Steuerjahr 2026 regulär der 31. Juli 2027, mit Steuerberater entsprechend länger. Wer die Frist verpasst und keinen Berater hat, verliert den Anspruch in der Regel.
Zuverlässige Informationen zum genauen Antragsweg und zur Prämienhöhe werden in den kommenden Wochen auf der Seite des Bundesfinanzministeriums veröffentlicht. Social-Media-Posts oder WhatsApp-Nachrichten sind bei einem so frischen Beschluss keine verlässliche Quelle.
Drei Schritte für heute
Erstens: Tankverbrauch der letzten vier Wochen in Litern notieren. Die Zahl wird gebraucht, sobald die konkrete Rabatthöhe vorliegt, um den persönlichen Monatsvorteil auszurechnen.
Zweitens: Eigenen Beschäftigungsstatus prüfen. Wer festangestellt ist, setzt sich eine Erinnerung, die Lohnabrechnung nach Gesetzesinkrafttreten zu kontrollieren. Wer im Minijob arbeitet oder selbstständig ist, plant die Steuererklärung 2026 jetzt ein oder sucht sich einen Steuerberater.
Drittens: Für Lieferfahrer, Taxifahrer und alle, deren Einkommen direkt am Spritverbrauch hängt: Tankbelege systematisch aufbewahren. Der Unterschied zwischen einer dokumentierten und einer ungenauen Monatsabrechnung kann bei der Prämienberechnung dreistellig sein.
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