Berlin
UNESCO entscheidet über Waldsiedlung
Waldsiedlung Zehlendorf an der Argentinischen Allee, Entwurf Bruno Taut.

Bildquelle: Gunnar Klack / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

UNESCO entscheidet über Waldsiedlung

Zwischen dem 25. und 27. Juli könnte eine bewohnte Siedlung in Zehlendorf zum siebten Teil des Welterbes „Siedlungen der Berliner Moderne“ werden. Entschieden ist noch nichts, und ein möglicher Titel ändert Mietverträge nicht über Nacht. Spannend ist das soziale Versprechen hinter Farben und Gärten: Licht, Luft und Außenraum sollten vor hundert Jahren kein Luxus sein.

Redaktioneller BelegGeprüft2 offizielle LinksAktualisiert 22. Juli 2026Methodik

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Zwischen dem 25. und 27. Juli 2026 erfahren die Bewohner der Waldsiedlung Zehlendorf, ob ihr Quartier als siebter Bestandteil des Welterbes „Siedlungen der Berliner Moderne“ aufgenommen wird. Am Morgen des 22. Juli ist noch nichts entschieden: Die Erweiterung steht auf der Tagesordnung der 48. Sitzung des Welterbekomitees in Busan.

Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung nannte das Entscheidungsfenster am 21. Juli. Auch das UNESCO World Heritage Centre führt die Waldsiedlung unter den 2026 zu prüfenden Nominierungen. Wer jetzt schon von einer erfolgten Aufnahme spricht, ist der Entscheidung voraus.

Welterbe für gewöhnliches Wohnen

Die Anlage entstand von 1926 bis 1932 rund um den U-Bahnhof Onkel Toms Hütte und die Argentinische Allee. Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg planten kein dekoratives Ensemble, sondern Wohnen mit Balkonen, Gärten und einer von Anfang an mitgedachten Verkehrsanbindung.

Das UNESCO-Nominierungsdossier beschreibt eine 34,46 Hektar große Fläche. Entscheidend ist demnach die Verbindung von Reihenhäusern, mehrgeschossigen Wohnblöcken, Grünräumen und Infrastruktur. Die Waldsiedlung soll die sechs seit 2008 eingetragenen Berliner Siedlungen nicht wiederholen, sondern deren soziale und städtebauliche Entwicklung vervollständigen.

Kein neuer Mietvertrag über Nacht

Nach Angaben der Senatsverwaltung hätte eine Eintragung keine unmittelbaren Auswirkungen auf das Wohnen. Der Titel löst weder automatisch Mieterhöhungen aus noch verändert er bestehende Verträge. Der im Nominierungsverfahren erarbeitete Managementplan soll die Bewohnerschaft weiter einbeziehen.

Bauliche Veränderungen bleiben dennoch ein konkretes Thema. Berlin plant eine Pufferzone, damit das Erscheinungsbild der Siedlung geschützt wird. Eigentümer, die Fenster, Dämmung oder Außenanlagen verändern wollen, sollten nicht aus einer Pressemitteilung auf ihren Einzelfall schließen. Der praktische Einstieg ist der Denkmalpflegeplan des Landesdenkmalamts und danach die zuständige Denkmalschutzbehörde.

Wo die Entscheidung erscheint

Am verlässlichsten lässt sich das Ergebnis zwischen dem 25. und 27. Juli auf der UNESCO-Seite der neuen Nominierungen prüfen. Berlin hat außerdem für den 27. Juli einen Presserundgang am Kiefernhof angekündigt. Vom 27. bis 30. August folgt ein Festival zum hundertjährigen Bestehen der Siedlung; der Presserundgang ist allerdings kein offener Publikumstermin.

Der mögliche Titel würdigt damit keinen unbewohnten Museumsraum. Er betrifft einen Ort, an dem vor hundert Jahren Licht, Luft und ein eigener Außenraum als Standard für breitere Bevölkerungsschichten gedacht wurden. Ob dieses Versprechen die Serie des Berliner Welterbes erweitert, entscheidet sich erst am Wochenende.

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22. Juli 2026
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