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US-Iran-Krise: Diaspora in Deutschland bangt
Rund 600.000 Menschen aus Iran, Irak, Libanon und Syrien leben in Deutschland und verfolgen die US-iranische Eskalation mit wachsender Sorge. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen das Ausmaß der betroffenen Diaspora, während Ängste um Familien im Nahen Osten wachsen und zivilgesellschaftliche Organisationen Hilfe mobilisieren.
Berlinuna Redaktion
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Rund 300.000 Iranerinnen und Iraner, 250.000 Irakerinnen und Iraker sowie 45.000 Libanesinnen und Libanesen leben laut Statistischem Bundesamt in Deutschland. Das sind keine abstrakten Zahlen. Es sind Familien, die stundlich Nachrichten aus Teheran, Beirut und Bagdad verfolgen und versuchen, ihre Angehoerigen in Regionen zu erreichen, die zum Kriegsschauplatz werden koennten.
Die US-iranische Eskalation, die sich im Februar 2026 deutlich verschaerft hat, bringt die Angst zurueck in die Wohnzimmer der arabischen und iranischen Diaspora. Trotz der dritten Verhandlungsrunde in Maskat bleibt die Gefahr einer militaerischen Konfrontation real.
Aber was bedeutet das konkret fuer die Betroffenen hier in Deutschland?
Zahlen, die das Ausmaß zeigen
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts leben in Deutschland etwa 300.000 Menschen mit iranischer Staatsangehoerigkeit oder iranischem Hintergrund, dazu rund 250.000 Irakerinnen und Iraker sowie 45.000 Libanesinnen und Libanesen. Die mehr als 900.000 Syrerinnen und Syrer sind dabei noch nicht eingerechnet -- sie waeren von einer Ausweitung des Konflikts ebenfalls direkt betroffen.
In der Summe: ueber 1,5 Millionen Menschen in Deutschland mit einer unmittelbaren Verbindung zu einer Region, die vor einem neuen Krieg stehen koennte. Viele von ihnen leben in Berlin -- insbesondere in Neukoelln, Kreuzberg und Moabit, wo sich die arabischen und iranischen Gemeinschaften konzentrieren.
Libanon zwischen den Fronten
Libanons Premierminister Nawaf Salam betonte wiederholt, sein Land werde sich nicht in fremde Konflikte hineinziehen lassen, und forderte die Hisbollah auf, den Libanon nicht in ein "weiteres Abenteuer" zu stuerzen. Auf der anderen Seite erklaerte Hisbollah-Generalsekretaer Naim Qassem, jeder amerikanische Angriff auf Iran werde als Angriff auf die Hisbollah gewertet. Das Ergebnis? Eine tiefe libanesische Spaltung, die die Sorgen der Diaspora in Deutschland verdoppelt.
Unterdessen berichtete die Deutsche Welle, dass iranisch-kurdische Parteien ihre Optionen zwischen einer Allianz mit Washington und der Neutralitaet abwaegen. Das macht die Lage noch unuebersichtlicher.
Stimmen aus Berlin
Leila, eine libanesische Mutter in Berlin-Neukoelln, erzaehlte, sie rufe seit Beginn der Eskalation dreimal taeglich ihre Familie im Suedlibanon an. "Jede Sprachnachricht, die nicht sofort beantwortet wird, bedeutet Minuten der Panik", sagte sie. Und ihre Kinder? Die fragen inzwischen nach dem Krieg, nachdem sie Mitschueler darueber reden hoerten.
Leila ist kein Einzelfall. Eine Befragung von Pro Asyl aus dem Jahr 2025 ergab, dass 68 Prozent der Gefluechteten aus dem Nahen Osten in Deutschland unter Angst leiden, die mit der Situation in ihren Herkunftslaendern zusammenhaengt. Mit der Aussicht auf einen neuen Krieg duerfte sich diese Belastung vervielfachen.
Lehren aus frueheren Krisen
Die juengere Geschichte liefert besorgniserregende Hinweise. Waehrend der US-iranischen Eskalation im Januar 2020 (nach der Toetung von Qassem Soleimani) stiegen die Asylantraege aus dem Irak laut BAMF-Statistiken in den Folgemonaten um 15 Prozent. Und 2015, auf dem Hoehepunkt des Syrien-Konflikts, kamen ueber 890.000 Gefluechtete in einem einzigen Jahr nach Deutschland.
Ist Deutschland auf eine neue Fluchtwelle vorbereitet, falls es zum Krieg kommt? Die Antwort bleibt unklar. Die neue Koalitionsregierung unter Friedrich Merz verfolgt einen deutlich restriktiveren Migrationskurs, und das Aufnahmebudget wurde im Vergleich zu 2023 um 20 Prozent gekuerzt.
Zivilgesellschaft reagiert
Die Organisation Pro Asyl wies darauf hin, dass sie sich auf einen moeglichen Anstieg der Nachfrage nach rechtlicher und psychologischer Beratung vorbereite. Und die Deutsch-Arabische Gesellschaft in Berlin kuendigte eine arabischsprachige Telefonhotline fuer psychologische Unterstuetzung an.
Der Fluechtlingsrat Berlin-Brandenburg fuegt hinzu, dass die Beratungsstellen (insbesondere im Bereich Turmstraße in Moabit) in den vergangenen Wochen einen deutlichen Anstieg der Anfragen verzeichnet haetten. Die meisten betrafen Familiennachzug und die Moeglichkeit, Angehoerige aus dem Libanon und dem Irak zu holen.
Die Frage, die viele in der Diaspora umtreibt, ist schlicht: Was koennen wir von hier aus tun? Einige organisieren Mahnwachen, andere sammeln Spenden. Aber die Mehrheit tut dasselbe -- sie haelt das Telefon fest und wartet darauf, dass jemand am anderen Ende abhebt.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphaere geaendert.
Quellen
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- 28. Februar 2026
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