Der Dauerauftrag läuft weiter, doch das Geld landet nicht mehr bei der alten WG. Wenn die angemeldete Person auszieht, nimmt sie ihre Beitragsnummer mit. Zahlungen unter dieser Nummer können dann ihrer neuen Anschrift zugeordnet werden, während für die bisherige Wohnung ein Rückstand entsteht.
Auf dieses Risiko weist der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio in seinen am 13. Juli 2026 veröffentlichten Umzugshinweisen hin. Grundsätzlich zahlt eine Person pro Wohnung. Das dazu eröffnete Beitragskonto und die neunstellige Beitragsnummer gehören jedoch dieser Person, nicht der Wohnung. Die Nummer ist nicht übertragbar.
Einzug in eine bereits zahlende WG
Wer in eine WG zieht, sollte nicht vorsorglich ein zweites Beitragskonto eröffnen. Zuerst ist zu klären, wer die Wohnung angemeldet hat. Name und Beitragsnummer dieser Person werden benötigt, um eine Anfrage des Beitragsservice zu beantworten. Für die Online-Antwort steht zusätzlich das zehnstellige Aktenzeichen oben im Schreiben.
Die Verbraucherzentrale bestätigt diese Regel für Studierende und Auszubildende: In einer gewöhnlichen WG fällt der Beitrag einmal an. Zahlt bereits jemand, teilen die anderen die vorhandene Nummer mit, statt jeweils einen eigenen Wohnungsbeitrag zu zahlen.
Wer vorher selbst für eine andere Wohnung gezahlt hat, sollte den Dauerauftrag nicht einfach stoppen. Das alte Konto muss über das passende offizielle Formular abgemeldet oder die Anschrift geändert werden. Beim Zusammenzug wird dabei die Nummer der Person angegeben, die künftig für die gemeinsame Wohnung zahlt.
Die zahlende Person zieht aus
Dann muss eine verbleibende Person die Wohnung auf den eigenen Namen anmelden und erhält eine neue Beitragsnummer. Die alte Nummer in der WG weiterzuverwenden, ist keine Umschreibung. Die ausgezogene Person meldet ihre neue Anschrift oder die bisherige Wohnung ab, falls am neuen Wohnort schon jemand anderes zahlt.
Auch die Verbraucherzentrale Berlin nennt den Zusammenzug in eine bereits beitragspflichtige Wohnung als möglichen Abmeldegrund. Dafür müssen Name und Beitragsnummer der zahlenden Person angegeben werden. Ein bloßer Wechsel des Bankkontos ersetzt diese Meldung nicht.
Wohnheim ist nicht automatisch WG
In Studentenwohnheimen können einzelne Zimmer oder Apartments als eigene Wohnungen gelten, wenn sie baulich separat von einem allgemein zugänglichen Flur abgetrennt sind. Die Nummer eines Nachbarn im selben Gebäude reicht dann nicht. Entscheidend sind die konkrete Einheit und die Wohnungsdefinition des Beitragsservice, nicht nur Straße und Hausnummer.
Eine persönliche Befreiung wegen BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe erfasst zudem nicht automatisch alle Mitbewohnenden. Befreiung und WG-Anmeldung sind getrennte Fragen; Ansprüche sollten nur mit dem jeweiligen Bescheid und dem offiziellen Antrag geklärt werden.
Fünf Minuten vor der nächsten Zahlung
Klären Sie in der WG den Namen des aktuellen Kontoinhabers, ob diese Person bleibt und welche alten Konten beendet werden müssen. Auf der offiziellen Formularseite wählen Sie dann Neuanmeldung, Adressänderung oder Abmeldung passend zur Situation und speichern die Bestätigung. Ein Schreiben sollte nicht liegen bleiben: Nach Angaben des Beitragsservice kann sonst eine rückwirkende Anmeldung anhand der Meldedaten erfolgen.
Redaktioneller Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine Rechtsberatung dar. Für eine verbindliche Rechtsberatung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder eine Migrationsberatungsstelle.
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