17,2 Millionen Auslandsgeborene in Deutschland
Neue Eurostat-Zahlen zeigen: Deutschland hat mit 17,2 Millionen im Ausland geborenen Einwohnern die größte Zahl in der EU. Mehr als jeder fünfte Einwohner wurde außerhalb der Landesgrenzen geboren. Spanien überholte Deutschland 2024 als Hauptzielland für Zuwanderung. Was die Daten über Europas demografischen Wandel verraten.
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17,2 Millionen Menschen in Deutschland wurden im Ausland geboren. Das geht aus neuen Zahlen von Eurostat hervor. Damit ist mehr als jeder fünfte Einwohner außerhalb Deutschlands zur Welt gekommen. Kein anderes EU-Land kommt auch nur annähernd an diese Zahl heran.
Frankreich folgt mit 9,6 Millionen im Ausland Geborenen, Spanien mit 9,5 Millionen, Italien mit 6,9 Millionen. Zusammen stellen diese vier Länder 67 Prozent aller außerhalb der EU Geborenen, die in einem Mitgliedstaat leben.
46,7 Millionen EU-weit
Insgesamt leben 46,7 Millionen Menschen in der EU, die außerhalb des Staatenbunds geboren wurden. Das entspricht zehn Prozent der rund 450 Millionen Einwohner. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 1,9 Millionen. 30,6 Millionen von ihnen besitzen die Staatsangehörigkeit eines Drittstaats, also 6,8 Prozent der EU-Bevölkerung.
Die drei größten Gruppen unter den Drittstaatsangehörigen: Ukrainer, Türken und Marokkaner. Die Zusammensetzung spiegelt unterschiedliche Migrationswellen wider, vom Krieg über historische Anwerbeabkommen bis zur geografischen Nähe.
Luxemburg führt prozentual
In absoluten Zahlen liegt Deutschland vorn. Prozentual sieht es anders aus. Luxemburg führt die Statistik an: 51 Prozent der Einwohner wurden im Ausland geboren. Malta kommt auf 32 Prozent, Zypern auf 28, Irland auf 23 und Österreich auf 22 Prozent. Deutschland liegt mit seinen gut 20 Prozent europaweit im oberen Bereich, aber nicht an der Spitze.
Der Unterschied: Deutschland hat 84 Millionen Einwohner. Wenn ein Fünftel davon im Ausland geboren ist, geht es nicht um eine Randerscheinung. Es geht um eine Gesellschaft, die sich bereits verändert hat.
Spanien überholt Deutschland
Eine bemerkenswerte Verschiebung: Spanien hat Deutschland 2024 als größtes Zuwanderungsland der EU überholt. 1,29 Millionen Menschen wanderten nach Spanien ein, nach Deutschland kamen 1,08 Millionen. Der sich erholende spanische Arbeitsmarkt und die verschärften Asylverfahren in Deutschland dürften dazu beigetragen haben.
Über das vergangene Jahrzehnt betrachtet zeigt der Langzeittrend in fast allen EU-Staaten nach oben. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.
Was die Zahlen bedeuten
17,2 Millionen ist keine abstrakte Statistik. Es bedeutet: Jeder fünfte Mensch auf der Straße, in der Schule, am Arbeitsplatz wurde in einem anderen Land geboren. Die Frage, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist, hat sich längst beantwortet. Was offen bleibt: Wie die Institutionen mit der Realität umgehen, dass ein Fünftel der Bevölkerung von anderswo kommt.
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