
Bildquelle: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Berlins Verwaltung offline, Fristen laufen
Zwei Senatsverwaltungen sind seit Freitag, dem 14. August 2026, aus Sicherheitsgründen vom Landesnetz getrennt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner sagte am 19. August, der Wiederanschluss dauere noch einige Tage. Die Fristen der Verwaltung laufen in dieser Zeit unverändert weiter. Was jetzt hilft, wenn ein Antrag online nicht durchgeht: Screenshot mit Datum sichern, 115 anrufen, den Antrag schriftlich oder persönlich einreichen und den ganzen Vorgang dokumentieren.
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Eine Fehlermeldung im Browser ändert nichts an dem Datum, das in Ihrem Behördenschreiben steht. Genau in dieser Lücke geht in Berlin gerade Zeit verloren: Teile der Verwaltung sind seit Freitag, dem 14. August 2026, vom Landesnetz getrennt. Die Fristen dieser Verwaltung laufen unverändert weiter.
Verlassen Sie sich nicht auf die Störung
Verlassen Sie sich nicht darauf, dass eine technische Störung Ihre Frist automatisch verlängert. Wer eine Frist versäumt hat, weil ein amtliches Portal nachweislich nicht erreichbar war, kann unter Umständen eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. Ob das im Einzelfall Erfolg hat, entscheidet die Behörde oder das Gericht und nicht der Antragsteller. Genau deshalb zählt ein Screenshot mit Datum und Uhrzeit. Für die Bewertung des eigenen Falls gehört eine Rechtsberatung oder eine Anwältin dazu, nicht die eigene Einschätzung.
Bei den Briefwahlunterlagen hilft dieser Gedanke praktisch nicht weiter. Der Wahlbrief muss bis zum Schließen der Wahllokale vorliegen. Dort gilt ausnahmslos: sofort handeln.
Was offiziell bekannt ist
Die Senatskanzlei teilte am 17. August 2026 mit, dass forensische Untersuchungen eine Inkriminierung des Landesnetzes Berlin ergeben haben. Zwei Senatsverwaltungen sind seit Freitag, dem 14. August, aus Sicherheitsgründen vom Landesnetz isoliert: Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Eingebunden sind das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Am 17. August wurde ein IKT-Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigten für Informationssicherheit eingerichtet.
Der Stand vom 19. August
Am Abend des 19. August 2026 sprach der Regierende Bürgermeister Kai Wegner vor der Presse von einem erheblichen und sehr ernsten Hackerangriff. Der Wiederanschluss der beiden Verwaltungen werde noch einige Tage dauern. Nach jetzigem Stand, so Wegner am selben Abend, seien keine sensiblen Daten abgeflossen. Das ist ein datierter Zwischenstand und kein Ergebnis: Die Forensik läuft weiter, und Berlins Chief Digital Officer Florian Hauer sagte, die Ursachenforschung habe noch nicht begonnen, man betreibe akutes Krisenmanagement, unterstützt von einem externen Dienstleister. Zu Hintergründen des Vorfalls gibt es bislang keine offizielle Aussage.
Eine Aufforderung an Privatpersonen, wegen des Vorfalls selbst etwas zu unternehmen, gab es bis dahin nicht.
Vier Schritte für einen hängenden Vorgang
Erstens: Screenshot. Fehlermeldung, Adresszeile, Datum und Uhrzeit müssen im Bild sein. Schicken Sie das Bild noch am selben Tag an Ihre eigene E-Mail-Adresse, dann existiert der Zeitstempel unabhängig von Ihrem Telefon.
Zweitens: den zweiten Weg klären, bevor Sie losfahren. Das Bürgertelefon 115 ist erreichbar, und über service.berlin.de laufen Dienstleistungen und Terminvergabe weiter. Fragen Sie konkret, ob der Antrag auch schriftlich gestellt werden kann und an welche Adresse.
Drittens: analog einreichen. Per Post an die zuständige Stelle, sinnvollerweise als Einwurf-Einschreiben, damit ein Zustellnachweis existiert. Oder persönlich abgeben und sich den Eingang auf der eigenen Kopie abstempeln lassen.
Viertens: alles zusammen ablegen. Screenshot, Einlieferungsbeleg, Abgabedatum, Kopie des Antrags. Wenn später jemand fragt, warum es knapp wurde, antwortet dieser Ordner und nicht Ihre Erinnerung.
Briefwahlunterlagen: Portal war am Dienstag gestört
Die Online-Beantragung der Briefwahlunterlagen funktionierte am Dienstag, dem 18. August 2026, nicht. Innensenatorin Iris Spranger bestätigte am 19. August, dass das Portal seit Mittwochmorgen wieder läuft. Wer online nicht durchkommt, kann die Unterlagen auch schriftlich oder persönlich beim Bezirkswahlamt beantragen. Die geltende Antragsfrist steht auf berlin.de/wahlen und beim Bezirkswahlamt des eigenen Bezirks. Bestätigen Sie das Datum dort, bevor Sie sich darauf verlassen, und stellen Sie den Antrag früher als nötig: Jeder verlorene Tag verkürzt die Laufzeit des Wahlbriefs. Die für die anstehende Wahl relevanten IT-Systeme sind nach Angaben des Senats bis zum 19. August 2026 nicht von dem Angriff betroffen.
Keine Entwarnung für andere Ämter
Namentlich benannt sind bislang nur die beiden isolierten Senatsverwaltungen. Eine veröffentlichte Liste aller betroffenen Dienste gibt es nicht, und ebenso wenig eine offizielle Aussage, dass alle übrigen Ämter uneingeschränkt arbeiten. Vor der Fahrt zu einem Amt hilft ein Anruf bei 115 oder ein Blick auf die Seite der jeweiligen Stelle. Wer einen gebuchten Termin hat, fragt am Tag davor nach, ob er steht.
Die Lage ändert sich täglich. Der Stand am Abend des 19. August 2026: Beide Verwaltungen sind weiter getrennt, der Wiederanschluss braucht Tage. Was Sie selbst in der Hand haben, ist der Nachweis. Ein dokumentierter Versuch mit Datum und Uhrzeit, und ein zweiter Weg, den Sie vor Ablauf der Frist gegangen sind.
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- Geprüft
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- Aktualisiert
- 19. August 2026
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