Politik
Cannabis-Clubs sind keine Shops
Sitz des Bundesgesundheitsministeriums in der Berliner Glinkastraße, das die Regeln zum Cannabisgesetz veröffentlicht.

Bildquelle: Joerg Zaegel / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Cannabis-Clubs sind keine Shops

Cannabis-Club klingt nach Ladenlokal, Mitgliedskarte und freiem Einkauf. Genau dieses Bild führt in die Irre. Das geltende Modell ist eine erlaubnispflichtige, nicht gewerbliche Anbauvereinigung mit festen Grenzen für Mitglieder, Abgabe und Konsum. Wer beitreten will, sollte deshalb nicht auf Werbung vertrauen, sondern vor dem Beitritt Erlaubnis, Satzung und die zuständige Landesbehörde genau prüfen.

Redaktioneller BelegGeprüft3 QuellenlinksAktualisiert 21. August 2026Methodik

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Wer einem Cannabis-Club beitritt, betritt keinen Laden. Die Mitgliedschaft erlaubt weder einen gewerblichen Verkauf noch den Konsum in den Vereinsräumen. Entscheidend ist das Modell der Anbauvereinigung, das seit dem 1. Juli 2024 gilt.

Auf der Cannafair in Düsseldorf wurde die Debatte über eine stärkere Kommerzialisierung am 21. August 2026 erneut sichtbar. Ein Bericht von tagesschau.de beschreibt Forderungen aus der Branche. Rechtsänderungen folgen daraus nicht: Die geltenden Clubs bleiben erlaubnispflichtige, nicht gewerbliche Vereinigungen.

Erlaubnis statt Ladenkasse

Nach den FAQ des Bundesgesundheitsministeriums darf eine Anbauvereinigung gemeinschaftlich Cannabis anbauen und im gesetzlichen Rahmen an Mitglieder weitergeben. Dafür braucht sie eine behördliche Erlaubnis. Maximal 500 Mitglieder sind zulässig; aufgenommen werden dürfen Volljährige, die seit mindestens sechs Monaten einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Die Satzung muss eine Mindestmitgliedschaft von drei Monaten vorsehen. Ein Verkauf an Laufkundschaft oder ein frei zugänglicher Versandhandel gehören nicht zu diesem Modell. Auch die Weitergabe unterliegt den gesetzlichen Mengen-, Dokumentations- und Schutzvorgaben.

Konsum bleibt vor Ort verboten

In der Anbauvereinigung und in ihrer Sichtweite darf nicht konsumiert werden. Für Anbauflächen gilt außerdem ein Abstand von mehr als 100 Metern in Sichtweite zu Eingangsbereichen von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie öffentlich zugänglichen Spielplätzen. Jugendschutz und Prävention sind Teil der Erlaubnisvoraussetzungen.

Vor einer Zahlung sollten Interessierte nach der ausstellenden Landesbehörde und der behördlichen Erlaubnis fragen. In der Satzung stehen die Mitgliedsdauer und die vereinsinternen Regeln. Stimmen Werbung und Unterlagen nicht überein, ist die zuständige Landesbehörde die richtige Anlaufstelle, nicht der Werbetext des Clubs.

Die Folgen des Konsumcannabisgesetzes werden wissenschaftlich untersucht. Das Bundesgesundheitsministerium dokumentiert das laufende Projekt auf seiner EKOCAN-Seite. Bis der Gesetzgeber etwas ändert, gelten die veröffentlichten Regeln und nicht die Erwartungen einer Messe oder eines einzelnen Vereins.

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21. August 2026
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