Frühjahrsmüdigkeit: Was dahintersteckt
Seit der Zeitumstellung fuehlen sich Millionen in Deutschland mueder als mitten im Winter. Kein Wunder: 60 Prozent starten laut RKI mit suboptimalen Vitamin-D-Werten in den Fruehling, und der Koerper braucht bis zu vier Wochen, um den Hormonhaushalt umzustellen. Wer nach dieser Frist immer noch erschoepft ist, sollte allerdings nicht weiter abwarten. Dahinter koennte eine Schilddruesenstoerung oder Eisenmangel stecken.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: wal_172619/Pixabay · Pixabay License
Seit einer Woche gilt die Sommerzeit, die Tage werden spürbar länger. Trotzdem schleppen sich viele Menschen morgens aus dem Bett, als wäre es noch tiefster Januar. Frühjahrsmüdigkeit, sagen die einen. Einbildung, sagen die anderen. Die Wahrheit liegt dazwischen: Die Symptome sind real, auch wenn es keine anerkannte Krankheit gibt.
Die Hormone stellen um
Im Winter produziert der Körper vermehrt Melatonin, das Schlafhormon. Wenn im Frühling die Lichtmenge steigt, beginnt der Körper, die Melatonin-Produktion zu drosseln und stattdessen mehr Serotonin auszuschütten. Dieser Umbau dauert laut Schlafforschern zwei bis vier Wochen. In dieser Übergangsphase zirkuliert noch überschüssiges Melatonin im Blut, während der Serotonin-Spiegel langsam ansteigt. Das Ergebnis: Müdigkeit am Tag, obwohl die Nächte kürzer werden.
Die Zeitumstellung verschärft den Effekt. Der Verlust einer Stunde Schlaf mag gering klingen, aber er trifft einen Körper, der ohnehin mitten in der hormonellen Neuausrichtung steckt.

Vitamin D: der verstärkende Faktor
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts weisen rund 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nach dem Winter suboptimale Vitamin-D-Werte auf. Klinisch gesehen ist das nicht automatisch ein Mangel, aber es bedeutet, dass der Körper mit weniger Reserven in den Frühling startet. Vitamin D ist an der Energieregulation und Stimmung beteiligt. Wer den Winter mit wenig Tageslicht und wenig Bewegung im Freien verbracht hat, spürt die Umstellung stärker.
Was konkret hilft
Schlafforscher empfehlen vor allem eines: Tageslicht. Dreißig Minuten im Freien, am besten morgens, signalisieren dem Gehirn, die Melatonin-Produktion herunterzufahren. Es muss kein Sport sein, ein Spaziergang reicht. Wer das in den Alltag einbaut, etwa durch den Weg zur Arbeit zu Fuß oder eine Mittagspause draußen, beschleunigt die Anpassung.
Ausreichend Wasser trinken klingt banal, ist aber gerade jetzt wichtig. Mit steigenden Temperaturen verliert der Körper mehr Flüssigkeit, und leichte Dehydrierung verstärkt die Müdigkeit spürbar. Dazu kommt: Bewegung lieber schrittweise steigern, statt plötzlich mit einem intensiven Trainingsprogramm zu beginnen. Der Körper verarbeitet bereits eine hormonelle Umstellung.
Wer unsicher über seinen Vitamin-D-Status ist, kann beim Hausarzt einen einfachen Bluttest machen lassen. Bei niedrigen Werten verschreibt der Arzt gegebenenfalls ein Präparat für einige Wochen.
Wann zum Arzt
Die typische Frühjahrsmüdigkeit legt sich innerhalb von zwei bis vier Wochen. Hält die Erschöpfung länger als vier Wochen an, sollte man einen Hausarzt aufsuchen. Dahinter können behandelbare Ursachen stecken: eine Schilddrüsenunterfunktion etwa, oder Eisenmangel. Beides ist häufig und gut therapierbar, wenn es rechtzeitig erkannt wird.
Anhaltende Müdigkeit einfach als saisonal abzutun, kann bedeuten, dass eine einfach zu behandelnde Ursache übersehen wird. Im Zweifel gilt: Ein Arztbesuch klärt mehr als Abwarten.
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