Hantavirus: Regeln beim Kellerputz
Mäusekot im Keller sieht harmlos aus, bis der Staubsauger läuft. Genau dann kann der Staub zum Risiko werden. Die Hantavirus-Schlagzeile kommt zwar von einem Kreuzfahrtschiff, doch die Entscheidung für Haushalte in Deutschland fällt vor dem ersten Putzen: lüften, schützen, anfeuchten oder aus Versehen alles aufwirbeln, während Kinder schon an der Kellertür stehen.
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Ermell / Wikimedia Commons (CC BY-SA (Wikimedia Commons)) · CC BY-SA (Wikimedia Commons)
Der gefährliche Moment beginnt oft nicht im Wald, sondern vor einem Kellerregal: Mäusekot auf dem Boden, ein alter Karton, daneben der Staubsauger. Wer dann trocken saugt oder fegt, kann genau den Staub aufwirbeln, vor dem die Gesundheitsbehörden warnen.
Dass Hantaviren gerade wieder gesucht werden, hat einen anderen Anlass. Tagesschau berichtete am 13. Mai 2026 über den Ausbruch im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff Hondius: 11 gemeldete Fälle, darunter 9 laborbestätigte Fälle nach WHO-Angaben und 3 Todesfälle. Das erklärt die Aufmerksamkeit, ist aber nicht die Alltagslage in deutschen Wohnungen.
Für Mieterinnen, Familien, Hausmeisterhilfen, Lagerarbeiter oder Gartenbesitzer in Deutschland ist die relevante Frage: Was passiert beim Reinigen von Keller, Dachboden, Schuppen, Garage oder einem alten Lagerraum, wenn dort Nagetiere waren?
Was RKI und Infektionsschutz sagen
Das Robert Koch-Institut beschreibt Hantaviren in Deutschland vor allem über ihre Reservoirtiere: die Rötelmaus bei Puumalavirus und die Brandmaus beim Dobrava-Belgrad Virus Kurkino. Infizierte Tiere scheiden Viren über Speichel, Urin und Kot aus. Menschen können sich anstecken, wenn sie erregerhaltigen Staub einatmen, kontaminiertes Material über kleine Hautverletzungen berühren oder gebissen werden.
Das Informationsangebot infektionsschutz.de des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit nennt genau solche Situationen als Risiko: Arbeiten in Forstwirtschaft oder Bau, Aufenthalt in Schuppen, Ställen oder Häusern mit Nagetierspuren sowie Gartenarbeit, wenn Kontakt zu Ausscheidungen möglich ist. Wichtig ist auch die Abgrenzung: Die in Deutschland verbreiteten Hantavirus-Typen werden nach dieser Darstellung nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Die Putzregel ist konkret
Vor dem Reinigen sollte der Raum mindestens 30 Minuten gelüftet werden. In Innenräumen gehören Einmalhandschuhe und eine FFP2- oder FFP3-Maske dazu. Staub soll nicht aufgewirbelt werden. Deshalb: nicht trocken fegen, keinen Staubsauger benutzen, Kot oder Kadaver zunächst mit Wasser oder Reinigungsmittel befeuchten.
Kadaver sollen vorsichtig in eine Plastiktüte gegeben, gut verschlossen und im Hausmüll entsorgt werden. Danach werden verunreinigte Flächen mit Haushaltsreiniger gesäubert. Verwendete Lappen oder Schwämme gehören weg, Hände und Kleidung müssen gewaschen werden; nach Arbeiten in einem stark verschmutzten Innenraum ist Duschen sinnvoll.
Für Mieter ist die praktische Folgerung: Spuren fotografieren, Hausverwaltung oder Vermieter informieren und nicht nur die sichtbaren Krümel entfernen. Wenn es um Gemeinschaftsräume wie Kellerflure, Müllräume oder Waschküchen geht, sollte eine geregelte Reinigung oder Schädlingsbekämpfung organisiert werden.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Die Grenze zur Medizin bleibt klar: Wer nach einer plausiblen Exposition Fieber und starke Rücken-, Kopf- oder Bauchschmerzen entwickelt, sollte die Hausärztin oder den Hausarzt kontaktieren und den Kontakt zu Mäusekot oder Staub konkret nennen. Das ersetzt keine Diagnose, hilft aber bei der Einordnung.
Nach RKI-Angaben gibt es derzeit keine zugelassene Impfung und keine spezifische antivirale Therapie; behandelt werden vor allem die Beschwerden, schwere Verläufe können eine Klinik nötig machen. Deshalb ist Expositionsschutz die wichtigste Maßnahme: lüften, schützen, anfeuchten, reinigen, danach waschen.
Auch DW Arabic griff das Thema in der arabischen Berichterstattung auf. Für Haushalte in Deutschland bleibt die Nachricht nüchtern: Die Schlagzeile kommt vom Schiff, die Vorsicht beginnt im staubigen Keller.
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