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Jeder zweite Syrer arbeitet. Die Zahlen.

Jeder Zweite. So viele Syrer in Deutschland arbeiten inzwischen sozialversicherungspflichtig. Die Zahl ueberrascht viele. Doch ein Detail faellt in der Debatte unter den Tisch: Ein Ingenieur arbeitet im Lager. Eine Zahnaerztin als Praxishelferin. Ein Lehrer faehrt Lieferdienst. Das Problem dahinter betrifft nicht nur Syrer, sondern den gesamten Arbeitsmarkt.

Redaktioneller BelegAusstehend1 offizielle LinksAktualisiert 31. März 2026Methodik

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Ein Pfleger in Stuttgart beginnt seine Frühschicht. Ein Koch in Berlin-Neukölln bereitet die Küche vor. Ein Klimatechniker in Hamburg nimmt den ersten Kundenanruf entgegen. Drei Städte, drei Berufe, ein gemeinsamer Nenner: Sie sind Teil des deutschen Arbeitsmarkts.

Laut aktuellen Zahlen des Spiegel sind rund 50 Prozent der syrischen Geflüchteten in Deutschland erwerbstätig. Die Quote steigt mit der Aufenthaltsdauer, denn Spracherwerb und Qualifikationsanerkennung brauchen Zeit. Ein bekanntes Muster in der Migrationsforschung.

Und die Beschäftigung verteilt sich nicht gleichmäßig. DW berichtete, dass Syrer in bestimmten Branchen überproportional vertreten sind: Gesundheitswesen, Gastronomie, Handwerk. In Pflegeheimen und Krankenhäusern besetzen sie Stellen, die ohnehin schwer zu füllen sind. Das ist kein Zufall, sondern die Folge gezielter Berufseinstiege in Engpassberufe.

germany employment office arbeitsagentur job center
Bundesagentur für Arbeit, Symbolbild

Unter Qualifikation beschäftigt

Das größte Problem? Viele syrische Fachkräfte arbeiten unterhalb ihres Qualifikationsniveaus. Ein Ingenieur im Lager. Eine Zahnärztin als Praxishelferin. Ein Lehrer im Lieferdienst. Der Grund ist fast immer derselbe: fehlende oder verzögerte Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Nach Angaben des Portals Anerkennung in Deutschland dauert die Bewertung ausländischer Qualifikationen im besten Fall drei bis sechs Monate. Bei reglementierten Berufen (Medizin, Pflege, Ingenieurwesen) kann es über ein Jahr dauern. Jeder Monat Verzögerung bedeutet einen weiteren Monat Arbeit unter dem eigentlichen Niveau.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bestätigte in früheren Studien, dass die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten einem aufsteigenden Muster folgt: langsam in den ersten Jahren, dann deutlich schneller nach Spracherwerb und Qualifikationsanerkennung. Genau dieses Muster spiegeln die aktuellen syrischen Beschäftigungszahlen wider.

german documents qualification certificate recognition foreign diploma
Unterlagen zur Qualifikationsanerkennung, Symbolbild

Konkrete Schritte zur Stärkung

Wer seine berufliche Position stärken will, beginnt mit der Datenbank anabin. Dort lässt sich innerhalb weniger Minuten prüfen, wie der eigene Abschluss in Deutschland eingestuft wird. Von dort aus beginnt das formelle Anerkennungsverfahren.

Dann kommt die Weiterbildung. Die Bundesagentur für Arbeit bietet kostenlose oder geförderte Qualifizierungsprogramme für anerkannte Geflüchtete an. Das Spektrum reicht von Berufssprachkursen bis zu Fachausbildungen in Pflege und IT. Aber (und das wissen viele nicht) auch die IHK Berlin bietet individuelle Beratung zur Qualifikationsanerkennung, kostenlos und teilweise auf Arabisch.

Nicht zuletzt: Arbeitsrecht. Ein deutscher Arbeitsvertrag garantiert Mindestlohn, bezahlten Urlaub und Krankenversicherung. Wer ohne schriftlichen Vertrag arbeitet oder unter Mindestlohn bezahlt wird, hat Rechte. Nicht theoretische Rechte, sondern durchsetzbare.

Die Zahlen sind eindeutig. Rund die Hälfte der Syrer in Deutschland arbeitet, Tendenz steigend. Die eigentliche Herausforderung ist nicht der Einstieg in den Arbeitsmarkt. Sondern der Einstieg auf dem richtigen Niveau. Und der beginnt mit einem Schritt: anabin öffnen und den eigenen Abschluss prüfen.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. Der Spiegel - Syrische Flüchtlinge: Fast jeder Zweite hat einen Job
  2. Deutsche Welle - Syrische Beschäftigung in Deutschland
  3. IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
  4. Anerkennung in Deutschland - Qualifikationsportal
  5. Bundesagentur für Arbeit - Angebote für Menschen aus dem Ausland

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31. März 2026
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