Tafel Berlin: Wer darf hin, was mitbringen
Die Inflation steht im April 2026 bei 2,9 Prozent, die Lebensmittelspenden sinken, und die Berliner Tafel meldet wachsenden Andrang. Wer Buergergeld, Wohngeld oder Asylbewerberleistungen bezieht, kann sich bei LAIB und SEELE anmelden. Viele wissen nicht, dass sie berechtigt sind. Dieser Leitfaden erklaert in vier Schritten, wer hingehen darf, was mitzubringen ist, wo die naechste Ausgabestelle liegt und was die Schutzgebuehr kostet.
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Die Inflation in Deutschland lag im April 2026 laut Statistischem Bundesamt bei 2,9 Prozent. Gleichzeitig berichten die Tafeln in einem Tagesschau-Bericht vom 29. April, dass die Nachfrage stark steigt, waehrend die Lebensmittelspenden zurueckgehen. Wer Anspruch auf eine Tafel-Karte hat, sollte sich jetzt anmelden, bevor lokale Ausgabestellen ihre Aufnahme vorruebergehend stoppen.
In Berlin laeuft die Lebensmittelausgabe ueberwiegend ueber das Programm LAIB und SEELE, betrieben von der Berliner Tafel e.V. gemeinsam mit Kirchengemeinden und dem rbb. Stadtweit gibt es mehr als 47 Ausgabestellen. Eine zentrale Anmeldung existiert nicht. Jede Ausgabestelle organisiert sich selbst.
Wer ist berechtigt
Anspruchsberechtigt ist nach Angaben von Tafel Deutschland, wer ein geringes Einkommen hat. Konkret heisst das: Bezieherinnen und Bezieher von Buergergeld, Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, Wohngeld, Asylbewerberleistungen, BAfoeG sowie Beschaeftigte mit niedrigem Lohn, der ueber die letzte Lohnabrechnung nachgewiesen werden kann.
Auch Asylsuchende mit Aufenthaltsgestattung und Personen mit Duldung sind grundsaetzlich berechtigt. Die Tafeln pruefen die wirtschaftliche Beduerftigkeit, nicht den Aufenthaltsstatus. Die Aufnahme an einer konkreten Ausgabestelle haengt allerdings von deren Kapazitaet ab. Einzelne Stellen verhaengen zeitweise Aufnahmestopps. Ein kurzer Anruf vor dem ersten Besuch erspart Wege.
Was mitzubringen ist
Zwei Dokumente reichen in der Regel. Erstens ein aktueller Leistungsbescheid, also der juengste Bescheid ueber Buergergeld, Wohngeld, Grundsicherung oder Asylbewerberleistungen. Wer arbeitet, bringt die letzte Lohnabrechnung mit. Zweitens ein Identitaetsnachweis: Personalausweis fuer deutsche Staatsangehoerige, Aufenthaltstitel, Aufenthaltsgestattung oder Duldung fuer alle anderen.
Der Bescheid sollte aktuell sein. Liegt er laenger als sechs Monate zurueck, fragen die Ausgabestellen meist nach dem Folgebescheid. Eine vorherige Antragstellung per Formular ist nicht noetig. Die Anmeldung erfolgt persoenlich vor Ort.
Wie man die naechste Ausgabestelle findet
Auf der Seite berliner-tafel.de/laib-und-seele gibt es eine Suche per Postleitzahl. Nach Eingabe erscheinen die naechstgelegenen Ausgabestellen mit Adresse, Oeffnungstag und Telefonnummer. Die meisten Stellen oeffnen einmal in der Woche, oft fuer wenige Stunden am Vormittag.
Wer sicher gehen will, ruft vor dem ersten Besuch an. So laesst sich klaeren, ob die Stelle gerade neue Karten ausgibt oder einen Aufnahmestopp hat. In den Wochen vor den Sommerferien ist der Andrang erfahrungsgemaess hoch.
Was es kostet
Die Lebensmittel selbst sind kostenlos. Erhoben wird eine Schutzgebuehr, die bei den meisten Berliner Ausgabestellen zwischen 1 und 2 Euro pro Person liegt. Der Betrag variiert je nach Stelle und kann sich aendern, deshalb gilt diese Spanne als Richtwert. Die Gebuehr deckt Betriebskosten, nicht den Wert der Lebensmittel.
Eine fuenfkoepfige Familie zahlt also etwa 5 bis 10 Euro pro Besuch und erhaelt im Gegenzug eine Wochenausgabe mit Brot, Obst, Gemuese, Milchprodukten und gelegentlich Fleisch. Bei wachsenden Lebensmittelpreisen entlastet das den Haushaltsplan im dreistelligen Bereich pro Monat.
Was am ersten Besuch passiert
Vor dem Eingang bildet sich oft eine Schlange, manchmal ein bis zwei Stunden vor Oeffnung. Die Mitarbeitenden sind meist Ehrenamtliche aus der Nachbarschaft. Sie pruefen den Bescheid und das Ausweisdokument, tragen die Daten in eine Karte ein und vergeben einen Termin oder eine Nummer fuer die Ausgabe. Das gesamte Verfahren dauert beim ersten Mal selten laenger als 15 Minuten am Tresen, plus Wartezeit.
Wenn eine Ausgabestelle gerade keine neuen Karten ausgibt, haengt das meist als Hinweis am Eingang. Das ist kein Hinweis auf fehlende Berechtigung, sondern ein Kapazitaetsproblem. Die Loesung ist eine andere Ausgabestelle, oft im benachbarten Bezirk. Der Tagesschau-Bericht beschreibt die Lage 2026 als angespannter als in den Vorjahren, mit steigender Nachfrage und sinkenden Spenden gleichzeitig.
Konkreter Schritt heute
Postleitzahl auf berliner-tafel.de eingeben, die zwei naechsten Ausgabestellen notieren, am naechsten Tag dort anrufen. Aktuellen Bescheid und Ausweis oder Aufenthaltsdokument einpacken. Eine einzige Anmeldung kann am Monatsende den Unterschied machen zwischen einem leeren Kuehlschrank und einer vollen Wochenausgabe.
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