Wirtschaft

Raffineriepläne: Arbeitsgruppen ab November

Für Deutschlands Raffinerien zeichnet sich ein Umbau ab: Statt fossiler Rohstoffe sollen zunehmend nachhaltige Quellen zum Einsatz kommen.

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Bildquelle: Roy Zuo · CC BY-SA 4.0

Redaktioneller BelegVon der Berlinuna Redaktion4 QuellenlinksAktualisiert 24. Oktober 2026Methodik
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Wer seine Fahrtkosten zur Arbeit kalkuliert, findet im Bericht über die geplante Raffineriestrategie keine Preisprognose für Benzin oder Diesel. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will eine Strategie für die deutschen Raffinerien erarbeiten, berichtet tagesschau am 24. Oktober 2026.

Zunächst geht es um die Vorbereitung. Laut tagesschau will Reiche Ende November 2026 mit Arbeitsgruppen beginnen. Beteiligt werden sollen unter anderem Industrie, Gewerkschaften, Händler, Bundesländer und Ministerien. Ergebnisse erwartet sie für das erste Quartal 2027. Auf dieser Grundlage soll die Bundesregierung anschließend ihre Strategie beschließen.

Andere Rohstoffe, andere Produkte

Die Bedeutung der Anlagen reicht über die Tankstelle hinaus. An elf Standorten produzieren deutsche Raffinerien laut tagesschau einen Großteil des Kraftstoffbedarfs im Straßen-, Schiffs- und Luftverkehr. Hinzu kommen Rohstoffe für die Chemie- und Pharmaindustrie. Beim Umbau stellt sich deshalb auch die Frage, welche Produkte künftig noch gebraucht werden.

Reiche nennt dem Bericht zufolge biogene Kraftstoffe aus Biomasse, etwa Pflanzen oder gebrauchten Speiseölen, sowie synthetischen Flugkraftstoff als mögliche künftige Erzeugnisse. Die Anlagen müssten schrittweise umgebaut werden, um zunehmend nachhaltige statt fossiler Quellen zu nutzen. Dafür seien Investitionen in Milliardenhöhe nötig.

Auch wer diese Produkte herstellen wird, ist offen. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht laut tagesschau mögliche Aufgaben für Raffinerien bei nachhaltigen Flugkraftstoffen, Wasserstoff und nichtfossilen Grundstoffen. Synthetische Kraftstoffe müssten allerdings nicht von den heutigen Raffineriebetreibern kommen. Neue Unternehmen könnten ebenfalls in den Markt eintreten; bestehende Standorte müssten sich im Wettbewerb behaupten.

Die Branche verweist ihrerseits auf wirtschaftliche Belastungen. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Fuels und Energie, bewertet den europäischen Emissionshandel gegenüber anderen Weltregionen als Wettbewerbsnachteil, berichtet tagesschau.

Zusätzlich könnte der Absatz deutlich schrumpfen. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut verweist im tagesschau-Bericht auf Berechnungen, nach denen die Nachfrage nach Mineralölprodukten bis 2045 auf 20 Prozent des heutigen Niveaus sinken könnte. Die verbleibenden Produkte klimaneutral herzustellen, erfordere erhebliche Veränderungen bei Rohstoffen und Produktpalette.

Was das Klimagesetz vorgibt

Der gesetzliche Rahmen ist vom noch auszuarbeitenden Konzept zu unterscheiden. § 3 des Bundes-Klimaschutzgesetzes auf Gesetze im Internet schreibt Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 vor. Gegenüber 1990 müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent sinken.

Das sind nationale Emissionsziele. Das Ziel für 2045 legt für sich genommen keinen Umstellungstermin für jede einzelne Raffinerie fest.

Für den nächsten Tankstopp führt das Bundeskartellamt eine Liste zugelassener Verbraucherinformationsdienste. Wählen Sie einen der Dienste und vergleichen Sie vor der Fahrt die Preise an Tankstellen entlang Ihrer Strecke. Achten Sie darauf, jeweils dieselbe Sorte zu vergleichen: Super E5, Super E10 oder Diesel. Die Dienste erhalten die aktuellen Preisdaten von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt.

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