Razzien in vier Städten nach Stromsabotage
Am Dienstagmorgen durchsuchte die Polizei 18 Objekte in Berlin, Hamburg, Duesseldorf und Kyritz. Im Zentrum steht ein Brandanschlag auf Hochspannungsleitungen im September 2025 in Treptow-Koepenick, bei dem fast 50.000 Haushalte den Strom verloren. Vier Verdaechtige zwischen 28 und 36 Jahren stehen im Fokus. Ein separater Anschlag im Januar in Steglitz-Zehlendorf wird als Terrorismus ermittelt. Russland gilt als moeglicher Akteur.
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Kurz vor sechs Uhr am Dienstagmorgen rueckten Ermittler in vier deutschen Staedten gleichzeitig aus. 18 Objekte in Berlin, Hamburg, Duesseldorf und Kyritz in Brandenburg. Gesucht wurden Beweise gegen vier Verdaechtige im Alter von 28 bis 36 Jahren, die im September 2025 einen Brandanschlag auf Hochspannungsleitungen in Treptow-Koepenick verantwortet haben sollen. Fast 50.000 Haushalte verloren damals den Strom.
Die Berliner Staatsanwaltschaft koordinierte die Durchsuchungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt. Festnahmen gab es nicht. Ziel war laut einem Sprecher die Sicherstellung digitaler und physischer Beweismittel.
Bekennerschreiben auf Indymedia
Nach dem September-Anschlag tauchte auf der Plattform Indymedia ein Bekennerschreiben auf. Eine anarchistische Gruppe beanspruchte die Tat fuer sich. Der zentrale Satz: Man wolle "die Energie fuer den militaerisch-industriellen Komplex abschalten". Die Ermittler werten das Schreiben als Hinweis auf eine politisch motivierte Tat, haben die Verfasser aber noch nicht identifiziert.
Januar-Blackout: Terrorermittlungen laufen
Parallel fuehren die Behoerden ein separates Verfahren wegen des Stromausfalls in Steglitz-Zehlendorf im Januar 2026. Der Blackout dauerte mehrere Tage, mitten in einer Kaelteperiode mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Eine Gruppe namens Vulkangruppe bekannte sich dazu. Hier ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Terrorismus.
Tausende Haushalte blieben ohne Heizung. Schulen wurden geschlossen, Lebensmittel verdarben in ausgefallenen Kuehlschraenken. Fuer die Betroffenen war es mehr als ein technischer Ausfall.
Politik erhoeht den Druck
Berlins Regierender Buergermeister Kai Wegner sprach von einem "deutlich erhoehten Ermittlungsdruck". Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kuendigte an, die linksextremistische Szene werde "sehr genau beobachtet". Seine Worte fallen in eine breitere Debatte darueber, ob Deutschland die Bedrohung seiner kritischen Infrastruktur ernst genug nimmt.
Die Sicherheitsbehoerden schliessen einen weiteren Akteur nicht aus. Russland steht seit Monaten im Verdacht, Sabotageakte gegen europaeische Infrastruktur zu steuern oder zumindest zu foerdern. Der juengste Verfassungsschutzbericht dokumentiert eine Zunahme solcher Versuche.
Was Berliner wissen sollten
Zwei Anschlaege auf das Stromnetz innerhalb von weniger als fuenf Monaten in derselben Stadt. Stromnetz Berlin hat im Februar Investitionen von 380 Millionen Euro fuer die Modernisierung des Netzes in den kommenden drei Jahren angekuendigt. Doch Schutz vor gezielter Brandstiftung ist eine andere Aufgabe als der Austausch alter Kabel.
Das Bundesamt fuer Bevoelkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Wasservorrat fuer drei Tage, Powerbanks und ein batteriebetriebenes Radio. Die Vorsorgeseite ist unter bbk.bund.de auch auf Arabisch verfuegbar.
Quellen
- The Local Germany - Police raid 18 locations across Germany in connection with Berlin blackout (24.03.2026)
- Berliner Verfassungsschutz - Themenfeld Linksextremismus
- Bundesamt fuer Bevoelkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) - Vorsorge bei Stromausfall
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