Skip to main content
Über unsKontakt
Berlinuna - برلينناBerlinuna - برليننا
Startseite
Nachrichten
Aktuelle NewsPolitikBerlin
Lebensführer
Kultur
Wirtschaft
Technologie
Sport
Fragen
Frag BerlinunaSpieleLeitfäden
Abonnieren
Berlinuna - برليننا

Über Berlinuna

Unabhängige arabische Nachrichtenplattform für die arabische Gemeinschaft in Deutschland seit 2025. Wir bieten zuverlässige Nachrichten und praktische Lebensführer.

Folgen Sie uns

Bereiche

  • Nachrichten
  • Lebensführer
  • Kultur
  • Wirtschaft
  • Sport

Entdecken

  • Frag Berlinuna
  • Technologie
  • Berlin
  • Politik
  • Autoren
  • Tags

Unternehmen

  • Über uns
  • Kontakt
  • Impressum
  • Redaktionelle Transparenz

Rechtliches

  • Datenschutz
  • Nutzungsbedingungen
  • Impressum
  • Cookie-Richtlinie

Täglicher Newsletter

Nachrichten aus Deutschland auf Arabisch, jeden Morgen

© 2026 Berlinuna. Alle Rechte vorbehalten.

Made with ❤️ in Berlin

HomeAsk
🎮
WortGuides
  1. Startseite
  2. /
  3. Nachrichten
  4. /
  5. Gemeinschaft
Gemeinschaft

Sudanesen in Berlin: Neuanfang im Krieg

Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Sudan im April 2023 hat sich die Zahl sudanesischer Geflüchteter in Deutschland deutlich erhöht. In Berlin bauen sie eine neue Gemeinschaft auf, abseits der Schlagzeilen. Ihre Geschichten verdienen Aufmerksamkeit.

ف

فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

•9. März 2026•4 Min. Lesezeit•97 Aufrufe
Sudanesen in Berlin: Neuanfang im Krieg
Symbolbild

صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: wal_172619/Pixabay · Pixabay License

An einem kalten Februarabend versammelten sich rund dreißig Menschen in einem kleinen Saal in Berlin-Wedding. Auf den Tischen standen Teller mit Kisra und Mulah, in der Ecke lief ein Bildschirm mit Nachrichten aus Khartum. Niemand sprach über Integrationskurse. Alle redeten über Häuser, die sie zurückgelassen hatten, und Familien, die noch immer eingeschlossen sind.

Solche Treffen finden etwa alle zwei Wochen statt. Sudanesen in Berlin teilen Essen, Nachrichten und Sorgen. Aber sie teilen auch etwas anderes — das Gefühl, unsichtbar zu sein. In einem Land, das viel über syrische und ukrainische Geflüchtete spricht, aber selten über sie.

Die Zahlen erzählen einen Teil der Geschichte. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellten 2024 mehr als 7.400 Sudanesen Asylanträge in Deutschland — ein Anstieg von über 45 Prozent im Vergleich zu 2022, also vor Ausbruch des Krieges. Und doch bleibt diese Zahl gering im Vergleich zu den Hunderttausenden Syrern und Ukrainern, die in den vergangenen Jahren kamen.

Blick auf Berlin, wo sudanesische Geflüchtete ein neues Leben aufbauen
Symbolbild. Photo by Adam Vradenburg on Unsplash

Eine vergessene Krise

Der sudanesische Bürgerkrieg, der im April 2023 zwischen der Armee und den Rapid Support Forces ausbrach, hat (laut Vereinten Nationen) die größte Vertreibungskrise der Welt ausgelöst. Mehr als 11 Millionen Menschen wurden innerhalb des Landes vertrieben, rund drei Millionen flohen ins Ausland. Die Mehrheit sind Frauen und Kinder.

Aber haben die meisten Deutschen davon gehört? Wahrscheinlich nicht. Die Sudan-Krise bekommt nicht annähernd die mediale Aufmerksamkeit, die Syrien oder die Ukraine erhielten. Und diese Unsichtbarkeit wirkt sich direkt auf den Alltag der Sudanesen in Deutschland aus — wenig Informationen in ihrer Sprache, schwache Gemeinschaftsstrukturen im Vergleich zu größeren Diasporagruppen.

Langes Warten, offene Fragen

Mariam, eine Sudanesin Anfang dreißig, kam im Sommer 2024 mit ihren zwei Töchtern nach Berlin. Sie wartete neun Monate auf ihren Anhörungstermin beim BAMF. Neun Monate. In dieser Zeit lebte sie in einer Gemeinschaftsunterkunft in Lichtenberg, wo sie sich ein Zimmer mit einer anderen Familie teilte.

Die größte Hürde? Die Sprache. Sudanesen (besonders jene aus Regionen außerhalb Khartums) sprechen oft kein fließendes Englisch, und ihr Arabisch unterscheidet sich von den levantinischen Dialekten, die die meisten Dolmetscher in deutschen Asylbehörden beherrschen. Das schafft eine echte Kommunikationslücke — eine, die das Ergebnis des Asylverfahrens beeinflussen kann.

Menschen im Gespräch bei einem Gemeinschaftstreffen
Symbolbild. Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Ein Sprecher des Berliner Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) erklärte, dass die Bearbeitung sudanesischer Asylanträge zusätzliche Schwierigkeiten mit sich bringe, da persönliche Dokumente aus einem Land, dessen staatliche Institutionen zusammengebrochen sind, nur schwer überprüfbar seien. Er wies darauf hin, dass die Schutzquote für sudanesische Antragsteller 2024 bei über 70 Prozent lag — eine der höchsten unter allen Herkunftsländern.

Gemeinschaft von Grund auf

Anders als die syrische Gemeinschaft, die seit 2015 über etablierte Netzwerke in Berlin verfügt, starten die Sudanesen praktisch bei null. Keine bekannten sudanesischen Restaurants in Neukölln, keine großen Vereine mit echten Budgets. Was es gibt, sind kleine Initiativen, die auf Ehrenamt und persönlichen Beziehungen basieren.

Khaled, ein sudanesischer Arzt, der 2023 nach Berlin kam und derzeit an der Anerkennung seines Abschlusses arbeitet, betonte, dass die sudanesische Gemeinschaft in Berlin schnell wachse. „Wir helfen uns gegenseitig bei der Übersetzung behördlicher Briefe, beim Ausfüllen von Formularen und sogar beim Verständnis des Krankenversicherungssystems. Wir warten auf niemanden.“

Er berichtete, dass WhatsApp-Gruppen mit Hunderten Sudanesen in Berlin und Brandenburg zu einer Art inoffizieller Beratungsstelle geworden seien. Einer fragt, wie man sich für einen Integrationskurs anmeldet, zehn antworten. Ein anderer sucht einen arabischsprachigen Arzt — binnen Minuten kommen Empfehlungen.

Person beim Lernen und Notizen schreiben — Symbol für das Erlernen der deutschen Sprache
Symbolbild. Photo by Green Chameleon on Unsplash

Frauen an vorderster Front

Berichte von DW Arabisch zeigen, dass sudanesische Frauen die Hauptlast dieser Krise tragen — im Sudan und im Ausland. Zahra Haidar, Leiterin der Frauenorganisation „Waai“, erklärte, dass geflüchtete Sudanesinnen „enorme Herausforderungen“ bewältigen müssen, die je nach individueller Situation völlig unterschiedlich seien. In Deutschland sieht es nicht anders aus.

Sara (Name geändert), Mutter von drei Kindern in einer Unterkunft in Spandau, räumte ein, dass nicht die deutsche Bürokratie das Schwierigste sei — obwohl sie schwer genug ist — sondern die Einsamkeit. „In Khartum kannte ich zwanzig Nachbarinnen beim Namen. Hier kenne ich niemanden im Haus.“ Aber sie fügte hinzu, dass sie Deutsch auf A2-Niveau lerne und ihre älteste Tochter (12 Jahre alt) ihr manchmal in der Schule übersetze. Und umgekehrt.

Zurück zum Anfang

An jenem kalten Abend in Wedding, nachdem die Teller leer waren und das Gespräch etwas ruhiger wurde, griff ein Mann zu seinem Handy und zeigte ein Foto seines Hauses in Omdurman. Die Wände durchlöchert von Kugeln. Er lächelte schmerzlich und sagte: „Das war unser Haus.“ Dann fügte er leise hinzu: „Und jetzt ist Berlin unser Zuhause.“

Er sagte es nicht als Parole. Er sagte es wie eine Wahrheit, an die er selbst noch zu glauben versucht.

Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.

Quellen

  1. BAMF - Monatliche Asylzahlen und Statistiken
  2. DW Arabisch - Sudanesische Flüchtlingsfrauen: Ungebrochener Wille
  3. Berliner Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten - Informationen für Geflüchtete
  4. Mediendienst Integration - Flüchtlinge in Deutschland

Teilen

5 Minuten jeden Morgen

Die wichtigsten Deutschland-Nachrichten für Sie

Wort des Tages, Nachrichten und Tipps — täglich in Ihrem Postfach

ف

فريق برليننا

Berlinuna Redaktionsteam - Wir bringen Ihnen die neuesten Nachrichten und wichtige Informationen für die arabische Gemeinschaft in Deutschland.

Kommentare (0)

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht

Kommentare werden geladen...

Ähnliche Artikel

Tafel Berlin: Wer darf hin, was mitbringen

Tafel Berlin: Wer darf hin, was mitbringen

30. April 2026

EU stimmt heute ab: was in DE schon gilt

EU stimmt heute ab: was in DE schon gilt

28. April 2026

Tekkal-Schwestern: Neues Buch, große Pläne

Tekkal-Schwestern: Neues Buch, große Pläne

10. April 2026

Zurück zu Nachrichten

Das könnte Sie auch interessieren

Tafel Berlin: Wer darf hin, was mitbringenGemeinschaft

Tafel Berlin: Wer darf hin, was mitbringen

Die Inflation steht im April 2026 bei 2,9 Prozent, die Lebensmittelspenden sinken, und die Berliner Tafel meldet wachsenden Andrang. Wer Buergergeld, Wohngeld oder Asylbewerberleistungen bezieht, kann sich bei LAIB und SEELE anmelden. Viele wissen nicht, dass sie berechtigt sind. Dieser Leitfaden erklaert in vier Schritten, wer hingehen darf, was mitzubringen ist, wo die naechste Ausgabestelle liegt und was die Schutzgebuehr kostet.

فريق برليننا-30. April 2026
EU stimmt heute ab: was in DE schon giltGemeinschaft

EU stimmt heute ab: was in DE schon gilt

Heute, am 28. April 2026, stimmt das EU-Parlament ueber eine einheitliche Definition von Vergewaltigung ab. Was viele in Deutschland nicht wissen: Seit 2016 gilt hier §177 StGB nach dem Prinzip "Nein heisst Nein". Eine sichtbare Verletzung ist keine Voraussetzung. Die Verjaehrungsfrist betraegt 20 Jahre, nicht wenige Tage. Und das Hilfetelefon 08000 116 016 ist auf Arabisch ueber Dolmetscherinnen erreichbar, kostenlos und vertraulich.

فريق برليننا-28. April 2026
Tekkal-Schwestern: Neues Buch, große PläneGemeinschaft

Tekkal-Schwestern: Neues Buch, große Pläne

Elf Kinder, ein Fliesenleger-Vater, eine Wohnung in Hannover. Kein Geld, kein Netzwerk. Zwei Jahrzehnte später sprechen fünf dieser Schwestern vor dem Bundestag und den Vereinten Nationen. Ihr neues Buch verrät, was Flüchtlingsfamilien zusammenhält, wenn alles andere fehlt. Der Titel sagt schon alles: Wut und Wärme.

فريق برليننا-10. April 2026
Jeder zweite Syrer arbeitet. Die Zahlen.Gemeinschaft

Jeder zweite Syrer arbeitet. Die Zahlen.

Jeder Zweite. So viele Syrer in Deutschland arbeiten inzwischen sozialversicherungspflichtig. Die Zahl ueberrascht viele. Doch ein Detail faellt in der Debatte unter den Tisch: Ein Ingenieur arbeitet im Lager. Eine Zahnaerztin als Praxishelferin. Ein Lehrer faehrt Lieferdienst. Das Problem dahinter betrifft nicht nur Syrer, sondern den gesamten Arbeitsmarkt.

فريق برليننا-31. März 2026