Warum frieren Frauen mehr? Eine Studie erklärt
Ihre Frau bittet darum, die Heizung aufzudrehen, während Sie schwitzen. Das ist keine Übertreibung - die Wissenschaft bestätigt, dass Frauenkörper Kälte anders empfinden. Eine neue europäische Studie erklärt warum.
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صورة توضيحية / Symbolbild. Photo: Mika Baumeister/Unsplash
2,5 Grad Celsius. Das ist der Unterschied in der idealen Raumtemperatur zwischen Männern und Frauen, laut einer europäischen Studie mit über 500 Teilnehmern. Frauen bevorzugen Räume mit 25 Grad, während Männer sich bei 22,5 Grad wohlfühlen.
Die Zahl klingt simpel. Aber sie erklärt Tausende von Streitigkeiten über den Thermostat im deutschen Winter.
Die Universität Maastricht veröffentlichte - in Zusammenarbeit mit Forschern aus Deutschland und Belgien - Ergebnisse, die erklären, warum Ihre Frau nicht "übertreibt", wenn sie die Heizung aufdrehen will, während Sie das Fenster öffnen.
Drei biologische Gründe
Muskelmasse: Die Studie zeigte, dass Muskeln selbst im Ruhezustand Wärme produzieren. Männer haben durchschnittlich 40% Muskelmasse, verglichen mit 30% bei Frauen. Das bedeutet einen schwächeren "inneren Heizmotor".
Fettverteilung: Frauen haben mehr Fett unter der Haut - theoretisch gut für Isolierung. Aber der Körper schützt zuerst die inneren Organe, sodass die Extremitäten (Hände und Füße) kälter bleiben.
Hormone: Die Forscher wiesen darauf hin, dass das Hormon Östrogen die Verengung der Blutgefäße in den Extremitäten beeinflusst. Das Ergebnis? Kalte Finger selbst in einem warmen Raum.
Was bedeutet das im Alltag?
"Jeden Winter dieselbe Diskussion", erzählte Fatima, Mutter von zwei Kindern in Berlin-Charlottenburg. "Mein Mann sagt, das Zimmer ist warm, und ich zittere. Ich dachte, ich übertreibe - jetzt weiß ich, dass mein Körper wirklich anders ist."
Aber es geht nicht nur um häuslichen Komfort. Im DW-Bericht wiesen die Forscher darauf hin, dass Bürotemperaturen weltweit nach dem Komfort von Männern gestaltet wurden - und das könnte die Produktivität von Frauen beeinflussen.
Eine amerikanische Studie von 2019 berichtete, dass Frauen Mathe- und Logiktests bei Temperaturen über 24 Grad besser absolvieren. Männer hingegen schnitten bei unter 22 Grad besser ab.
Praktische Tipps für den deutschen Winter
Statt über den Thermostat zu streiten, schlugen die Forscher Kompromisslösungen vor:
Mehrere Schichten sind besser als ein dickes Kleidungsstück - sie speichern warme Luft zwischen den Lagen. Wollsocken sind unverzichtbar, besonders weil Füße auf kalten Böden schnell Wärme verlieren. Und wenn Ihre Hände ständig kalt sind - selbst drinnen - ist das völlig normal, wenn Sie eine Frau sind.
"Unsere Lösung?", sagte Fatima. "Eine Heizdecke für mich auf dem Sofa und das Fenster leicht geöffnet für meinen Mann. Jetzt sind wir beide zufrieden."
Wann ist Kälte ein Warnsignal?
Ärzte warnten, dass ständiges Frieren - besonders mit Verfärbung der Finger zu weiß oder blau - ein Zeichen für Durchblutungsstörungen oder Schilddrüsenprobleme sein kann. Wenn Kälte mit starker Müdigkeit oder Gewichtszunahme einhergeht, ist ein Arztbesuch nötig.
Aber für die Mehrheit - darunter viele arabische Frauen aus wärmeren Klimazonen - ist die deutsche Kälte eine echte Herausforderung, keine "Schwäche". Und die Wissenschaft unterstützt das jetzt.
Hinweis: Einige Namen und Details in diesem Artikel wurden zum Schutz der Privatsphäre geändert.
Quellen
- DW Arabic - Warum frieren Frauen mehr als Männer?
- Maastricht University - Climate and Health Research
- PLOS ONE - Temperature and Cognitive Performance Study (2019)
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